"Kampf gg. Terrorismus ist nicht gg. Islam gerichtet"

"Das Ziel meiner Nahostreise war es, die arabischen Länder im Kampf gegen den Terrorismus um Rückhalt zu ersuchen", sagte Außenministerin Benita Ferrero-Waldner am Donnerstag nach ihrer Reise nach Syrien, Jordanien und Ägypten. "Ich habe mich bewusst bemüht die religiösen Führer dieser Länder zu treffen."
Die Außenministerin führte Gespräche mit Präsident Bashar Assad, Außenminister Al Shara'a und Großmufti Dr. Ahmad Kaftaro in Syrien, mit König Abdullah II, Außenminster Abdul Ilah Al-Khabtib und Palästinenserführer Yassir Aafat in Jordanien und Präsident Hosni Mubarak, dem Religionsminister Prof. Mahmoud Zakzouk, dem Generalsekretär der Arabischen Liga Amr Moussa sowie dem Großscheich Mohammed Tantawi der AL Azhar Moschee in Ägypten.
Während ihrer Reise stand die Außenministerin in ständigem Kontakt mit der EU-Troika sowie dem britischen und dem französischen Außenminister, die ebenfalls die Länder der Region bereisten. "Die wichtige Botschaft, die ich auch im Namen der EU mitbrachte, war, dass es sich bei den Internationalen Maßnahmen nach den Terrorangriffen in New York um einen Kampf gegen den Terrorismus und nicht um einen Kampf gegen den Islam handelt", so die Außenministerin.
Nahostkonflikt als Nährboden für Terrorismus
"Die Botschaft meiner Gesprächspartner war, dass sich Moslems und Araber für die Attacken in New York nicht verantwortlich fühlen, den Nahostkonflikt aber als Nährboden für Terrorismus sehen," so Ferrero-Waldner.
"Ich freue mich, dass ich zum Treffen zwischen Yassir Arafat und Simon Peres einen Beitrag leisten konnte und ein Treffen noch vor dem hohen jüdischen Feiertag Yom Kippur zustande kam," so Ferrero-Waldner weiter. Es werde nach Yom Kippur auch zu einem ersten Sicherheitstreffen zwischen Israel und den Palästinensern kommen. Trotz dieser Entwicklung herrsche aber großer Pessimismus in der Region darüber, ob der Prozess zur Verwirklichung des Mitchellplans in Gang kommen werde. Die EU, die USA und Russland sollen sich daher gemeinsam um eine Lösung des Nahostkonfliktes kümmern. Die Außenministerin sprach sich auch für die Möglichkeit aus, dass einzelne Länder der Region, wie etwa Syrien, eingeladen werden um ihre Positionen vor dem EU-Ministerrat darzulegen.
"Insgesamt habe ich während meiner Reise eine große Bereitschaft wahrgenommen im Kampf gegen den Terrorismus zusammenzuarbeiten. Wichtig erscheint mir dabei auch zu sehen, dass auch der Islam eine Religion ist, in der das Töten von Menschen verboten ist. Mein Eindruck ist, dass ein Missbrauch des Islam auch in den moslemischen Ländern als Bedrohung angesehen wird," so Ferrero-Waldner.
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