Mittwoch, 26. September 2001

Im Landtagssitzungssaal aufgebahrt

Der Präsident des Salzburger Landtages, der ÖVP-Politiker Helmut Schreiner (58), ist Mittwoch Vormittag gestorben. Der Politiker ist während der Sitzung des Landesparlamentes kurz nach 9.00 Uhr zusammengebrochen, er erlitt einen Herzinfarkt. Jede ärztliche Hilfe kam zu spät.

Ein Priester, der vom in unmittelbarer Nachbarschaft gelegenen Krankenhaus der Barmherzigen Brüder geholt wurde, hatte dem Politiker die Krankensalbung erteilt.

Der Leichnam wurde im Landtagssitzungssaal aufgebahrt, teilte der Pressesprecher des Landes, Roland Floimair, mit. Die Mandatare versammelten sich gegen 11 Uhr zu einer Trauerfeier und verabschiedeten sich vom Landtagspräsidenten. An der Trauerfeier nahm auch ein Sohn des Politikers teil.

Kurz vor Herzinfarkt - verbaler Schlagabtausch
Während kurz nach 9.00 Uhr Landesamtsdirektor Christian Marckhgott die Gelöbnisformel zur Angelobung einer neuen Landtagsabgeordneten verlesen hatte, war Schreiner in seinem Sessel sitzend unvermittelt zusammengebrochen. Unmittelbar davor hatte es einen verbalen Schlagabtausch zwischen Schreiner und dem Abgeordneten Andreas Schöppl (F) zur Geschäftsordnung gegeben. Die Debatte hatte den Präsidenten sichtlich aufgewühlt und erregt.

Als Schreiner in sich zusammengesunken war, liefen Landesrätin Maria Haidinger (V) und FP-Klubchef Karl Schnell - beide sind Ärzte - sofort zum Landtagspräsidenten und versuchten ihn wieder zu beleben. "Er hat geatmet und eine Pupillenreaktion gezeigt", sagte Schnell. Dann sei es allerdings zu einem "dramatischen Verlauf" gekommen.

Trauerminute im Nationalrat
Mit einer Trauerminute brachte der Nationalrat heute seine Betroffenheit vom Tod des Salzburger Landtagspräsidenten Helmut Schreiner (V) zum Ausdruck. ÖVP-Klubobmann Andreas Khol gab bekannt, dass Schreiner während der Landtagssitzung zusammengebrochen und gestorben war. Er würdigte Schreiner als "großen Föderalisten".

26.9.2001 09:57