Dienstag, 25. September 2001

Globale Sicherheitslage im Zentrum des Besuchs

Der russische Staatspräsident Wladimir Putin ist heute zu einem dreitägigen Staatsbesuch in Deutschland eingetroffen. Im Mittelpunkt des Besuchs steht die globale Sicherheitslage nach den Anschlägen in den USA.

Nach einem Besuch bei Bundespräsident Johannes Rau kommt Putin zu einem Gespräch mit Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) zusammen.

In deutschen Regierungskreisen hieß es, die Einbindung Russlands in eine internationale Allianz gegen Terrorismus stehe im Zentrum der Unterredung. Mehr als 1900 Polizisten, darunter Scharfschützen auf Häuserdächern, sicherten den Besuch des russischen Präsidenten in der deutschen Hauptstadt.

Putin hat den Vereinigten Staaten nach den Anschlägen in New York und Washington seine grundsätzliche Unterstützung im Kampf gegen den internationalen Terrorismus zugesagt. Nach Angaben des liberalen russischen Abgeordneten Boris Nemtsow, der von der rusischen Nachrichtenagentur Interfax zitiert wird, wird Russland im Falle eines Angriffs der USA auf Afghanistan keine eigenen Truppen in das Nachbarland entsenden. Putin selbst sagte am Montag in einer Fernsehansprache, das Land werde bei einem US-Angriff seinen Luftraum lediglich für Hilfslieferungen öffnen. Russland werde jedoch die Opposition Afghanistans mit Waffenlieferungen und militärischer Ausrüstung unterstützen.

Am Nachmittag wollte Putin, der fließend Deutsch spricht, vor den Abgeordneten des Bundestages eine Rede halten. Am Mittwoch besucht er Nordrhein-Westfalen und am Donnerstag Dresden, wo er von 1984 bis 1990 als KGB-Agent stationiert war. Putin wird von seiner Frau Ludmilla Alexandrowna Putina begleitet. Am Mittwochnachmittag unternehmen die Ehepaare Schröder und Putin ein privates Programm. Sie hatten bereits im Jänner in Russland gemeinsam das orthodoxe Weihnachtsfest gefeiert.

25.9.2001 12:02