NEWS: Karin Resetarits trotz Terror nach New York

Wie NEWS in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, lässt sich die ORF-Schöne vom Terror nicht schrecken. Die beiden jüngsten Buben begleiten sie nach New York.
Die Koffer, Trolleys und Rucksäcke sind fast voll. Auf der Bettdecke im Eltern-Schlafzimmer der Wohnung in Wien-Hietzing türmen sich Berge von Pullovern, Babysachen und Büchern, die für Amerika noch gepackt werden müssen. Die Wohnung, die ORF-Redakteurin Karin Resetarits, 39, mit Lebensgefährte Martin Kraml und den vier Buben aus drei Beziehungen teilt, steht unübersehbar im Zeichen des Aufbruchs.
Allen apokalyptischen Szenarien und Kriegsdrohungen zum Trotz will sie ihr amerikanisches Abenteuer zu Ende bringen und für einige Zeit in Manhattan leben. Mit 17 Jahren hat sie die Stadt, die niemals schläft, als Austauschstudentin kennen gelernt. Seither verfolgt sie mit aller Konsequenz den Traum, „einmal zurückzukehren und länger hier zu leben“.
Ihr Draufgängertum überrascht niemanden, fährt sie den Kurs zwischen Kind und Karriere doch schon seit Jahren. Das Karenzjahr nach dem Letztgeborenen Tim ist vorüber, Resturlaub besteht auch noch, nun ist die Gelegenheit da. Zeichen der Zeit können sie nicht bremsen. Resetarits: „Ich lass mir von den Terroristen doch nicht meinen Traum zusammenhauen. Seit Jahrzehnten wünsche ich mir, einmal länger in New York zu leben. Also tu ich dies auch.“
Mut und Neugier
Und noch ein zweiter Grund wird genannt: „Ich wär doch keine Journalistin, wenn ich nicht gerade jetzt eine neugierige Nase hätte und wenn ich nur denken würde, da könnt was passieren! Ich denke, New York ist um nichts unsicherer jetzt als jede andere Großstadt.“
Drei Monate – von Ende September bis Mitte Dezember wird sie einen Workshop für kreatives Schreiben besuchen. Kurse für Drehbuch, TV-Film, Filmkritik und Roman hat sie gebucht. Sie kann’s kaum erwarten. Zwei der vier Buben kommen mit:
Pauli, 8, liest schon Fachlektüre: Mickey Mouse. Sein Vater, Peter Resetarits, mit dem Karin sich nach der Scheidung das Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder teilt, hat die Einwilligung gegeben, dass der Bub die Klasse in Österreich unterbricht und in Amerika eingeschult wird. Pauli scheint in seiner Unbekümmertheit nach seiner Mutter zu geraten, denn er gibt kühl zu Protokoll: „Meine Freunde fragen mich zwar, ob ich lebensmüde bin, doch ich will gern mit nach New York. Ich will mir eine Play-Station kaufen und mir Rastazöpfe zulegen.“
Auch Tim, 1, ist kostbares Übersiedlungsgut nach New York. Die Weltläufe beeinflussen schon den Alltag: Ursprünglich hätte ihre AUA-Maschine schon am 16. September starten sollen, doch daran war nach der Katastrophe nicht zu denken. Nun sind die Tickets auf den 21. 9. ausgestellt. Doch der Verzug kam gelegen, denn eine ist doch vor dem Trip ins Ungewisse zurückgeschreckt: Das Kindermädchen verweigerte. Resetarits musste sich rasch nach Ersatz umsehen, den sie allerdings bald fand. Nun fährt ein 19-jähriges Mädchen mit, das auf Tim aufpassen wird, während die Mutter in ihren Kursen sitzt.
In Wien zuhause bleibt Boris, 13, der Gymnasiast, der den Anschluss in der Schule nicht versäumen möchte. Um ihn wird sich, fairen Agreements zufolge, Vater Peter kümmern.
Auch Benjamin, 18 und der Älteste, hat dankend abgelehnt. Er hat die Familie zwar begleitet, als man Ende August für zwei Wochen drüben auf Wohnungssuche war, aber es hat ihm nicht besonders gefallen. Ihn hat der Drive der City, der seine Mutter so bewegt, eher erschreckt als angezogen. Es bestand der Plan, Benjamin in Manhattan bei Freunden eine Lehre als Kameraassistent beginnen zu lassen. Deshalb ist der Maturant auch geblieben, als die Familie Anfang September nach Wien zurückkehrte.
Weshalb Benjamin in Wien bleibt
Dass er das Inferno nicht vor Ort erleiden musste, war barmherziger Zufall: Er sollte zwar in der gemieteten Wohnung warten, bis die Mutter mit den Brüdern Mitte September zurückkäme. Der Zufall wollte es aber, dass er als Bote für „Treffpunkt Kultur“ eine Kassette von der „Fashion Week“ in den ORF bringen musste. Sodass er am Tag vor dem Anschlag aufs Trade Center im Flugzeug nach Wien saß. Als er später die Schreckensbilder auf CNN sah, hat er für immer abgewunken: „Ich habe genug von New York. Ich bleibe in Wien.“
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