Nur der Markenname soll verkauft werden

Die Internet-Tochter der insolventen Buch- und Medienhandelskette Libro, Lion.cc, wird liquidiert. Die Verkaufsverhandlungen sind endgültig gescheitert. Was bleibe, sei der Markenname, der in den kommenden Wochen für rund 5 Mill. S (363.000 Euro) den Besitzer wechseln soll. Bereits am Freitag war der Libro-Ausgleich von den Gläubigern angenommen worden.
Anwärter für den Markennamen sind laut Nachrichtenmagazin "profil" das Internet-Unternehmen Blue C, das Lion.cc ursprünglich zur Gänze übernehmen wollte. Als weitere Interessenten gelten die Telekom Austria und Primus Online. Wie berichtet, wurden erst kürzlich alle 74 Lion.cc-Mitarbeiter gekündigt. Für Kundenstock und Marke wurde fieberhaft nach einem Käufer gesucht. Libro-Manager Werner Steinbauer wollte bis Ende der kommenden Woche eine Lösung finden. Eine Liquidation des Unternehmens sollte auf jeden Fall vermieden werden. Allerdings wurde auch dieser Schritt vorbereitet.
Libro-Ausgleich angenommen
Der Ausgleich der börsenotierte Buch- und Papierhandelskette Libro wurde am Freitag beim Landesgericht Wiener Neustadt erwartungsgemäß angenommen. Eine überwältigende Mehrheit der Gläubiger hat für den Ausgleich gestimmt, betonte Alexander Klikovits vom Kreditschutzverband von 1870 (KSV).
Im Detail haben 4.237 Gläubiger Forderungen von insgesamt 4,6 Mrd. S angemeldet. Davon wurden 3,367 Mrd. S anerkannt, der Rest bestritten. Damit handelt es sich um den viertgrößten Fall in der österreichischen Insolvenzgeschichte nach der Konsum-Gruppe mit Passiva von 26 Mrd. S, der Maculan-Gruppe mit 11 Mrd. S und der Steiner-Gruppe mit 4,5 Mrd. S.
Die Gläubiger müssen sich zwar mit der gesetzlichen Mindestquote von 40 Prozent zufrieden geben, erhalten aber schnelleres Geld in Form einer Barquote. Die Zahlung von vier Prozent erfolgt innerhalb von 14 Tagen nach Rechtskraft des Ausgleichs. Weitere 3,5 Prozent werden bis 31. Dezember 2001 fließen. Für die erste Quotenteilzahlung liegen bereits 4 Prozent bzw. 83 Mill. S Mill. S bereit. 8,5 Prozent sind bis Ende Juni 2002 fällig, die restlichen 24 Prozent müssen je zur Hälfte bis Ende Februar bzw. Ende September auf dem Tisch liegen.
Die Gläubigerbanken mit Forderungen von 2,5 Mrd. S haben Rückstehungserklärungen für ihre Quotenansprüche abgegeben und werden daher erst ab dem Jahr 2003 an den Quotenausschüttungen teilnehmen. Die Abstimmung brachte ein eindeutiges Ergebnis zu Gunsten des Ausgleichs Von 3.897 stimmberechtigten Gläubigern sprachen sich 3.891 für eine Annahme des Angebots aus, das sind 99,8 Prozent. Die Erfüllung des Ausgleichs werde allerdings ohne finanzkräftigen Partner nicht möglich sein.

