Hoffen auf rasche Hilfe bei Versicherungskosten

Die europäischen Fluglinien hoffen in der Frage des verringerten Versicherungsschutzes für Schäden durch Terroranschläge auf politische Unterstützung. Sollte die Hilfe nicht prompt erfolgen, drohen einige Airlines sogar mit einem Flugstopp.
EU-Verkehrskommissarin, Loyola de Palacio, stellte am Freitag die Möglichkeit in Aussicht, den Fluggesellschaften Hilfen bei den Prämien zu gewähren. Auch der deutsche Wirtschaftsminister Werner Müller hat angekündigt, "für diesen ganz speziellen Fall" könne er sich staatliche Hilfen vorstellen. Die Finanzminister werden bei ihrem Treffen im belgischen Lüttich ebenfalls die Auswirkungen der Anschläge in den USA auf Branchen wie Versicherungen und Luftfahrt erörtern. Einige Fluglinien haben einen Flugstopp nächste Woche "nicht ausgeschlossen".
Nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington in der vergangenen Woche haben die Versicherungen die Haftplichtversicherungsverträge der Airlines für Drittschäden bei Anschlägen oder durch Kriegseinwirkung mit Kündigungsfrist von einer Woche aufgekündigt. Bei Neuverträgen wird die Deckung von 1 Mrd. Dollar auf nur noch 50 Mill. Dollar (54,3 Mill. Euro/748 Mill. S) gesenkt und die Prämien kräftig erhöht. Einige Flughäfen erlauben allerdings Fluggesellschaften mit dem geringeren Versicherungsschutz für Drittschäden jedoch überhaupt nicht die Landung, weshalb der gesamte Weltluftverkehr durch die Änderung bei der Deckung in Frage gestellt werden könnte. Experten zufolge können nur noch staatliche Haftungsgarantien den Fluggesellschaften aus der Klemme helfen.
Die AUA-Gruppe rechnet mit Explosion ihrer Versicherungskosten
Allein die Ausgaben für Luftverkehrsversicherungen werde durch die Prämienerhöhungen bei den Drittschäden aus dem Risiko "Krieg und Terror" verdreifacht. Damit nicht genug: Ab Dezember - wenn die neuen Versicherungsverträge für die AUA-Flotte abgeschlossen werden, droht auch eine Steigerung der Kaskoprämien für das Krieg- und Terrorrisiko um das 5 bis 15-fache, so Lang. Bereits mit 1. Oktober steigt die Prämie für die "Terror"-Kaskoversicherung um 0,05 Prozent.
Die AUA sieht keinen Grund, ihre Flieger ab Donnerstag am Boden zu lassen, wie dies etwa KLM, Swissair und die deutsche BA "nicht ausgeschlossen" haben. Man habe mit den Financiers und Banken, die von solchen Änderungen des Risikos indirekt ebenfalls betroffen sind, bereits gesprochen, so Lang.
Nachdem die gesamte Branche betroffen sei, hofft die AUA auf eine europaweit akkordierte Lösung, weitere Schritte werden überlegt. Laut de Palacio werde darüber nachgedacht, "zum Beispiel, die Risikoprämien zu übernehmen. Da sollte es eine Lösung auf europäischer Ebene geben." Direkte finanzielle Hilfsgelder für Fluglinien lehne sie aber weiter ab. Die USA haben dagegen ein 15 Mrd. schweres Hilfspaket für die Fluglinien des Landes angekündigt. Ein Sprecher des deutschen Verkehrsministeriums sagte, es würden in der Sache verschiedene "Handlungsoptionen" geprüft, vor allem eine privatwirtschaftliche Lösung. Auch in Großbritannien laufen laut Britisch Airways-Angaben Gespräche zwischen den Fluglinien, Regierung und Versicherungen.

