Konkurs würde nur 14,9 Prozent bringen

Die Chancen auf Annahme des Libro-Ausgleiches bei der entscheidenden Tagsatzung am Freitag stehen gut. Der Kreditschutzverband von 1870 (KSV) hat seinen Gläubigern in einem Rundschreiben die Annahme empfohlen.
"Bei Berücksichtigung aller Umstände ist aus Sicht des KSV der Ausgleich die schadensminimierende Lösung für unbesicherte Gläubiger". In einem theoretischen Konkursszenario wäre mit einer rechnerischen Konkursquote von lediglich 14,9 Prozent zu rechnen, allerdings seien hier unter anderem Anfechtungsmöglichkeiten oder auch Geltendmachung von Organhaftungen noch nicht berücksichtigt, außerdem sie mit einem mehrjährigen Verfahren zu rechnen.
Das jetzt ausgehandelt Ausgleichsangebot über eine 40-prozentige Quote sieht, wie berichtet, die Zahlung von 4 Prozent binnen 14 Tagen nach Rechtskraft der Ausgleichsbestätigung vor. Weitere 3,5 Prozent sollen bis Jahresende fließen, 8,5 Prozent bis Ende Juni 2002, die restlichen 24 Prozent je zur Hälfte bis Ende Februar bzw. Ende September 2003.
Laut Ausgleichs-Status hatte die Libro AG per 3. Juni 2001 Aktiva von 1,355 Mrd. S, und Passiva von 4,05 Mrd. S. Daraus ergibt sich eine Überschuldung von 2,695 Mrd. S (196 Mill. Euro). Abzüglich Verfahrenskosten und voll zu bezahlende Forderungen ergebe sich daraus eine Deckungsquote von 33,47 Prozent.
Wie berichtet haben bis dato mehr als 4.200 Gläubiger (samt Dienstnehmern) Forderungen im Umfang von 4,8 Mrd. S angemeldet. Das Gros von 2,6 Mrd. S entfällt auf Banken und Leasingfirmen.

