Schüssel und Grasser besuchen am 12. Okt. Belgrad

Serbien wird bis zum Ende des Jahres etwa 500 bis 600 Mill. Dollar (540 Mill. Euro/7,43 Mrd. S) bis (648 Mill. Euro/8,92 Mrd. S) von der bei der internationalen Geberkonferenz zugesicherten Finanzhilfe von etwa 1,3 Mrd. Dollar erhalten. Dies erklärte der serbische Minister für internationale Wirtschaftsbeziehungen, Goran Pitic, am Donnerstag vor Journalisten in Wien.
Zuvor hatte Pitic den Standpunkt der serbischen Regierung im Rahmen des Europa Forums "Das neue Europa - Aufbruch in eine gemeinsame Zukunft" dargelegt.
Das erklärte Ziel Serbiens sei die Annäherung und vollständige Eingliederung in Europa. Notwendige Voraussetzung dafür sei jedenfalls die Realisierung der in Serbien begonnenen Reformen, betonte Pitic. Die Reformprozess gingen gut voran, dennoch gebe es bei realistischer Einschätzung noch zahlreiche Probleme zu bewältigen. Auch seien derzeit die negativen Effekte der verheerenden Terroranschläge in den USA auf wirtschaftlicher Ebene zu spüren, besonders für so ein kleines Land wie Serbien, führte der Außenhandelsminister aus.
Pitic kam am Donnerstag auch zu einem Gespräch mit dem österreichischen Finanzminister Karl-Heinz Grasser (F) zusammen. Dabei sei insbesondere der bevorstehende Besuch des Finanzministers und Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) am 12. Oktober in Belgrad besprochen worden. Im Mittelpunkt dieser Gespräche werden wirtschaftliche Themen stehen, insbesondere die von österreichischer Seite bei der internationalen Geberkonferenz Ende Juni zugesagte Finanzhilfe von 112,5 Mill. Schilling, sagte Pitic.
Nach Angaben des serbischen Außenhandelsministers habe das österreichische Finanzministerium bereits 60 Mill. Schilling aufgebracht. Der Rest werde von anderen Institutionen, wie der Wirtschaftskammer oder der Industriellenvereinigung bereit gestellt. Serbien habe Österreich bis jetzt Projekte im Wert von 30 Millionen Schilling angeboten, die vor allem sozial Schwächeren zugute kommen sollen, erklärte Pitic.
Die internationale Unterstützung für Serbien laufe derzeit jedenfalls gut. So hätten etwa schon Frankreich (sieben Mill. Dollar), Großbritannien (fünf Mill. Pfund), die USA (15 Mill. Dollar), die Schweiz, Italien, Norwegen und etliche andere Staaten finanzielle Hilfe geleistet. Zudem werde Deutschland einen Kredit in der Höhe von 100 Mill. Mark zur Verfügung stellen und Hilfe gebe es auch von der Weltbank und der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD), erklärte Pitic.

