Niedrigere Mieten in New Jersey

Über zwei Millionen Quadratmeter Bürofläche wurden durch die Anschläge der vergangenen Woche zerstört, 14.000 Firmen sind betroffen. Die Furcht vor neuen Attentaten und Geldmangel könnten viele betroffene Firmen zum Abwandern bewegen. Auch die psychologischen Probleme der Angestellten könnten den betroffenen Firmen Sorgen bereiten - und sie an Umzug denken lassen.
Doch durch die Zerstörung des Finanzzentrums wurden eigentlich schon Fakten geschaffen: Große Firmen wie American Express, Merrill Lynch, Lehman Brothers und Goldman Sachs sind vorerst auf die andere Seite des Hudson River nach New Jersey gezogen. Dort sind die Büromieten erheblich günstiger als in Manhattan. Die Bank Morgan Stanley hatte als "Notfallplan" offenbar schon seit Jahren Büros in New Jersey gemietet. American Express, dessen Zentrale im World Financial Center direkt neben den zerstörten Trade Center ebenfalls in Trümmern liegt, musste 5.000 Angestellte nach New Jersey und Connecticut verlegen.
Rückkehr fraglich
Eine kurzfristige Maßnahme," versichert ein Sprecher, "Wir wollen in New York bleiben, aber nicht unbedingt im Stadtzentrum." Auch andere Firmen betonen, sie wollten zurückkehren, aber so recht mag das noch niemand glauben.
Psychologische Probleme
Ein weiterer Beweggrund, New York zu verlassen, könnten auch die schrecklichen Erlebnisse der Angestellten sein, die zu schweren Problemen führen dürften. Viele Manager der zahlreichen Finanz- und Brokerfirmen könnten Angst vor der Gefahr in Hochhäusern bekommen und so ihren Job nicht mehr richtig ausüben, sagt der New Yorker Firmenpsychologe Kerry Sulkowicz. Ängste, Depressionen, Wut und Frustration könnten den Angestellten und damit den Firmen noch monatelang Sorgen bereiten.
Die Politik will Firmen zum Bleiben bewegen
Um auf die Unternehmen einzuwirken und von einem Umzug abzuhalten, treffen sich Bürgermeister Giuliani und sein Team schon seit Tagen mit Firmenvertretern. "Wir tun alles, was wir können, um sie zum Bleiben zu bewegen", sagt Giulianis Wirtschaftsberater John Dyson. So soll das Wiederaufbau-Komitee genügend Befugnisse erhalten, um sowohl Abrisse als auch Baugenehmigungn so schnell wie möglich zu erledigen. Außerdem soll es an der Verteilung der Unterstützungsgelder beteiligt werden.
Neue Gründer-Mentalität
Der Unternehmer Eric Silverstein gehört zu den wenigen, die nicht überzeugt werden müssen. "Wir haben eine Verpflichtung gegenüber unseren Kindern und Enkelkindern", sagt der Manager. Er hat zwei Monate vor dem Anschlag einen Mietvertrag für 3,2 Milliarden Dollar mit dem WTC abgeschlossen. Laufzeit des Vertrages: 99 Jahre.

