Mittwoch, 19. September 2001

Bereits Kontakte nach Deutschland geknüpft?

Die bereits länger schwelenden Ablösegerüchte um ÖIAG Vorstandssprecher Johannes Ditz verdichten sich. Nach Medienberichten soll die Ablöse von Ditz spätestens nächste Woche entschieden werden.

Der Konflikt zwischen Ditz und ÖIAG Aufsichtsratschef Alfred Heinzel sei nicht mehr zu kitten, heißt es. Ditz soll bereits Kontakte für seine berufliche Zukunft in Deutschland geknüpft haben. Die Rede ist von der Deutschen Bahn, aber auch anderen deutschen Unternehmen.

Ditz habe bereits vor einigen Wochen ein Übereinkommen über die Auflösung seines Vorstandsvertrags unterzeichnet. Am Donnerstag hat Ditz erklärt, wenn sich die Mehrheit des ÖIAG Aufsichtsrats gegen ihn stelle, sei er für eine vertraglich korrekte Lösung zu haben. Der Vorstandsvertrag von Ditz war im Herbst 1999 bis Ende August 2004 abgeschlossen worden, synchron mit Rudolf Streicher, der als ÖIAG Vorstandsvorsitzender bereits im heurigen Februar nach massivem politischem Druck das Handtuch geworfen hat. Die vorzeitige Ablöse von Ditz würde die ÖIAG dem Vernehmen nach 26 Mill. S kosten. Einen zusätzlichen Pensionsvertrag habe Ditz nicht, heißt es.

Ditz hatte vor rund zwei Wochen - anlässlich erneut aufgekeimter Gerüchte über seine Ablöse - erklärt, dass er "nicht amtsmüde" sei. "Sollte der Eigentümer anderer Meinung sein, erwarte ich, dass er mir das offen sagt", hatte Ditz damals erklärt.

Dem Vernehmen nach soll die "Achse" Heinzel und Neo-ÖIAG-Vorstand Peter Michaelis den Hebel bilden, um Ditz aus der ÖIAG wegzubekommen. Die jüngste Neubildung des AUA-Vorstandes habe Ditz als Aufsichtsratspräsident nicht voll mitgetragen, insbesondere soll er den neuen Technikvorstand Walter Bock abgelehnt haben.

Für die Nachfolge von Ditz im ÖIAG-Vorstand gibt es "Signale, dass Aufsichtsratspräsident Alfred Heinzel selbst in den Vorstand wechseln möchte".

19.9.2001 19:56