Angehörige der Terror-Opfer bekommen Schadenersatz

Die Regierung von US-Präsident George W. Bush will den in die Krise geratenen Fluggesellschaften in den USA eine Soforthilfe von 8 Mrd. Dollar (118,9 Mrd. S) gewähren. Der Vorschlag soll nun mit dem Kongress beraten werden. Dies kündigte der Sprecher des Weißen Hauses, Ari Fleischer an.
Mit dem Geld sollen die Auswirkungen der Terroranschläge in der vergangenen Woche und die Ausgaben für verschärfte Sicherheitsvorkehrungen gemildert werden. Zusätzlich will die Regierung den Firmen auch bei Schadensersatzzahlungen an die Angehörigen der Terroropfer beistehen. Kredite oder zumindest Kreditgarantien - wie von der Branche gefordert - werde es aber nicht geben, betonte Fleischer.
Die US-Fluggesellschaften hatten bis zu 24 Milliarden Dollar erbeten. Wegen des dreitägigen Flugverbotes, der Mehrkosten für die Sicherheit und des Einbruchs der Passagierzahlen drohe mehreren Firmen sonst die Pleite, argumentierten die Unternehmen. Mit neuen Massenentlassungen fallen in der Branche bereits 63.000 Stellen weg, allein am Mittwoch verkündeten American Airlines und United Airlines die Streichung von 40.000 Arbeitsplätzen.
Fleischer zufolge sollen drei Milliarden Dollar den Fluggesellschaften bei der Umsetzung der Sicherheitsvorkehrungen helfen, die nach den Terrorangriffen vom 11. September drastisch verschärft wurden. Fünf Milliarden Dollar sind für den Ausgleich der finanziellen Verluste bestimmt, die unmittelbar aus den Anschlägen herrühren.
Airlines bekommen Unterstützung bei Schadenersatz
Zudem will Washington American und United bei Schadensersatzzahlungen an Hinterbliebene der Anschläge unterstützen. Voraussichtlich werde der Staat für die Forderungen haften, welche die auf vier Mrd. Dollar taxierten Deckungssummen der Versicherungen übersteigen, meldete das "Wall Street Journal". Bei den Selbstmord-Attentaten mit entführten Linienflugzeugen beider Fluggesellschaften starben wahrscheinlich knapp 6.000 Menschen vor allem in New York. Die den Hinterbliebenen zugesprochenen Summen könnten zweistellige Milliarden-Beträge erreichen, hieß es in dem Zeitungsbericht weiter. Durch die Mithilfe der US-Regierung könnten die Opfer einem ungenannten Beamten zufolge zumindest "angemessen" entschädigt werden. Alle Klagen könnten demnach über ein einziges Gericht in New York abgewickelt werden.
Airlines bauen 20.000 Arbeitsplätze ab
American und United kündigten an, sie wollten je 20.000 Arbeitsplätze abbauen. United-Airlines-Chef James Goodwin nannte die Streichungen "extrem schmerzhaft", aber überlebensnotwendig. Auch sein Kollege von American, Don Carty, betonte, von diesem Stellenabbau hänge das Überleben der Firma ab: "Ich habe bei American Airlines den Notstand ausgerufen." Analysten fürchten zudem um die Zukunft der viert- und fünftgrößten Anbieter US Airways und Continental.

