Dienstag, 18. September 2001

Fast neun Prozent mehr als im Vorjahr

Die Wiener Wirtschaftsförderung für 2002 wird 666 Mill. S (48,4 Mill. Euro) betragen. Das haben der Wiener Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Sepp Rieder (S) und der Präsident der Wiener Wirtschaftskammer (WKW), Walter Nettig, am Dienstag bei einer Pressekonferenz mit Bürgermeister Michael Häupl (S) mitgeteilt.

Laut Rieder sind das um fast neun Prozent mehr als im Jahr davor. Insgesamt seien die Mittel für der Wirtschaftsförderung von 1996 bis 2000 um insgesamt fast 70 Prozent angehoben worden, betonte der Ressortchef.

Zu den Schwerpunkten des neuen Programms gehören unter anderem der Ausbau der Technologie- und Innovationsförderung sowie eine neu geschaffene Exportunterstützung für Klein- und Mittelbetriebe. "Die Mehrheit der Förderaktionen wie der Finanzmittel kommen laut Nettig diesen "Motoren" der Wiener Stadtwirtschaft zugute.

Der WKW-Präsident betonte, dass Wien die "Hauptstadt der Unternehmensgründungen" in Österreich sei. In den Jahren 1993 bis 2000 sind in Wien laut Nettig 36.412 Firmen dazugekommen, im gesamte Bundesgebiet insgesamt 150.085. Das heiße, dass rund ein Viertel aller Gründungen in Wien geschehen sind. Im Jahr 2000 waren dies übrigens laut Nettig genau 6.005.

Zu den begleitenden Unterstützungsaktionen gehören demnach vor allem Beratungs- und Coachingpakete. Für Firmen, die bisher noch nicht im Exportgeschäft tätig gewesen sind, wurde laut Nettig eine spezielle Unterstützung ins neue Programm. Denn eine Vielzahl von Wiener Klein- und Mittelbetrieben verfügen demnach zwar über das Potenzial, Produkte auch grenzüberschreitend anzubieten, oftmals werde diese Chance aber nicht genützt. Gerade im Hinblick auf die EU-Erweiterung sei eine Steigerung der Exporttätigkeit der Wiener Betriebe unerlässlich.

Rieder verwies auf den "enormen Vorteil", den der Standort Wiens nach dem Fall des Eisernen Vorhangs besitze. Strategisch gehe es nun um die Frage der Standortsicherung. Aber auch auf die möglicherweise nicht sehr rosige Wirtschaftslage in naher Zukunft müsse reagiert werden. "Wir wissen nicht, ob es nur eine Delle wird, oder andere Ausmaße annimmt." Unter diesen Gesichtspunkten sei es jedenfalls notwendig, der Wiener Wirtschaft auch kurzfristig Sicherungsmöglichkeiten zu geben.

Besonderen Wert bei der Vergabe der Mittel wird demnach auch auf die Qualität und Nachhaltigkeit der eingereichten Projekte gelegt. Sowohl Aspekte der Stadtentwicklung als auch der Ökologie werden gesondert berücksichtigt. Letztere werden verstärkt über Beratungsangebote für Unternehmen gefördert. Ökologische Gesichtspunkte spielen auch eine zentrale Rolle bei der Beurteilung der eingereichten Projekte. Solche, die im Jahr 2001 im Förderprogramm "Ökobusiness-Plan" eingebunden waren, werden auch im Rahmen des neuen Programms weitergeführt.

Bürgermeister Michael Häupl zeigte sich erfreut, über die Erhöhung der Mittel. Der Wiener Wirtschaftsförderungsfonds sei zu einer Selbstverständlichkeit geworden, und das sei gut so. Laut Häupl gibt es in Wien mehr ausländische Investoren als im gesamten Österreich.

18.9.2001 17:26