Dienstag, 18. September 2001

Gesundheit, Ernährung und Wohnen spürbar teurer

Die Inflationsrate geht in Österreich weiter zurück. Im August lagen die Verbraucherpreise nach Angaben der Statistik Austria nur noch um 2,5% über dem gleichen Vorjahresmonat, nachdem die Inflationsrate im Juli und im Juni im Jahresabstand jeweils 2,8% betragen hatte. Noch im Mai hatte Österreich mit 3,4% die höchste Teuerungsrate seit 1993 aufgewiesen.

Im August betrug der VPI (2000=100) 102,8 Zähler (vorläufig), das ist gegenüber dem Vormonat Juli (103,0 endgültig) ein Rückgang um 0,2 Prozentpunkte. Im gleichen Ausmaß verringerte sich auch der für die Euro-Zone maßgebliche Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI; 1996=100) Österreichs, der von 107,2 auf 107,0 Punkte zurückging.

Der Juli-Wert der Teuerungsrate im Jahresabstand wurde übrigens von ursprünglich 2,7 Prozent auf endgültig 2,8 Prozent nach oben revidiert, wie die Statistik Austria am Dienstag mitteilte. Der revidierte Wert des Monats Juli mit 103,0 und einer daraus veränderten Inflationsrate von 2,8 sei vorwiegend auf die Preissteigerungen bei den Wahlärzten (Fachärzte +31 Prozent, praktische Ärzte +34 Prozent) zurückzuführen, die aufgrund von notwendigen Plausibilitätsprüfungen nach der Publikation des vorläufigen Wertes im August 2001 rückwirkend wirksam wurden.

Für die Preissteigerungen im Vergleich zum Vorjahr (August 2000) waren vor allem die Bereiche Ernährung (+3,3 Prozent), Wohnen (+3,2 Prozent) und Gesundheit (+9,2 Prozent) verantwortlich. Die größte Preissteigerung gab es bei medizinischen Dienstleistungen (+23 Prozent), bedingt durch die Anhebung der Kosten bei Wahlärzten im Juli 2001 und die Einführung der Ambulanzgebühr im Mai 2001. Auch bei Spiel- und Hobbywaren (+17 Prozent) wurden im Jahresabstand deutliche Preiserhöhungen festgestellt. Die größten Preissenkungen gab es bei Datenverarbeitungsgeräten (-27 Prozent) und bei den Benzinpreisen (Superbenzin -7 Prozent, Normalbenzin -6 Prozent, Diesel -3 Prozent).

Auch die Inflationsrate des für die Europäische Währungsunion zu berechnenden Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) ist mit 2,6 Prozent im Jahresabstand (nach 2,9 Prozent im Mai, 2,6 Prozent im Juni; 2,9 Prozent im Juli, revidierter Wert) wieder niedriger als im Vormonat aber erneut geringfügig höher als jene des nationalen VPI.

Im Monatsabstand die größten Preissteigerungen gab es beim heimischen VPI in den Bereichen Wohnen (+0,3 Prozent) und Restaurants und Hotels (+0,5 Prozent). Beim Wohnen sind sowohl die Wohnungsmieten als auch die Betriebskosten für Mietwohnungen und die Ausgaben für Eigentumswohnungen um jeweils +1 Prozent gestiegen.

Die größten Preissteigerungen im Bereich Restaurants gab es im Vergleich zum Vormonat Juli bei den Beherbergungsdienstleistungen mit +3 Prozent (Übernachtungen im Ausland +7 Prozent, Hotelzimmer der 4- und 5-Stern-Kategorie +2 Prozent).

Im Verkehr (-0,9 Prozent) gab es im Monatsabstand Preissenkungen bei Kraftstoffen und Schmiermittel um -2 Prozent (Superbenzin -3 Prozent; Normalbenzin -3 Prozent, Diesel -2 Prozent) und im Luftpersonenverkehr mit -6 Prozent. Größere Preissenkungen gab es in der Ernährung bei Gemüse mit -7 Prozent und Obst mit -2 Prozent.

18.9.2001 11:53