Dienstag, 18. September 2001

Markt erwartet Zinssenkung auch in Japan

Niedriger als befürchtet war das Minus an der New Yorker Wall Street, das am Montag das erste Mal seit den Terror-Anschläge wieder handelte, ausgefallen. Dementsprechend positiv war die Stimmung an der Leitbörse in Tokio: Sie beendete den Handel am Dienstag mit einem kräftigen Plus.

Beflügelt wurde der Markt von Erwartungen, dass die Zentralbank die geldpolitischen Zügel weiter lockern könnte.

Der Nikkei für 225 führende Werte schloss bei 9 679,88 Punkten, 175,47 Zähler oder rund 1,8 Prozent gegenüber dem Vortag, als der Nikkei um fünf Prozent auf ein 18-Jahres-Tief gestürzt war. Der breiter angelegte TOPIX kletterte um 16,64 Punkte oder 1,7 Prozent auf 1 013,09 Punkte.

Der Dow Jones hatte am Montag mit einem Minus von mehr als 7 Prozent den heftigsten Kurseinbruch seiner Geschichte verbucht, als die US-Börsen nach sechstägiger Unterbrechung wegen der Terroranschläge wieder geöffnet hatten. Allerdings hatten Analysten zuvor mit noch stärkeren Kurseinbrüchen gerechnet.

Der japanische Premierminister Junichiro Koizumi hob am Dienstag hervor, die Märkte hätten nach der Wiedereröffnung in New York "kühlen Kopf" bewahrt. Dies habe geholfen, größere Konfusion nach den Terrorangriffen der vergangenen Woche zu verhindern. "Es gab Leute, die einen Sturz von mehr als 1.000 Punkten vorhergesagt hatten", sagte der Regierungschef Journalisten in Tokio.

Die Zentralbank begann um 14.00 Uhr Ortszeit mit Beratungen über den weiteren geldpolitischen Kurs. Am Vortag hatten US-Notenbank Fed und Europäische Zentralbank (EZB) in einer beispiellosen Aktion außerplanmäßig und binnen weniger Stunden ihre Leitzinsen um 0,5 Prozentpunkte gesenkt, um angesichts wachsender Konjunkturrisiken gegenzusteuern. Auch von der japanischen Notenbank werden entsprechende Schritte erwartet.

Der Dollar notierte um 15.00 Uhr Ortszeit bei 117,93-95 Yen nach 117,86-89 Yen tags zuvor. Der Eurokurs sackte auf 0,9220-26 Dollar nach 0,9270-78 Dollar am Vortag.

18.9.2001 09:30