Regierung soll umfassendes Hilfspaket ausarbeiten

Noch am Montag hat Präsident Bush Finanzhilfe für die in die Krise geratenen US-Fluglinien angeordnet. Falls es zur Bewältigung der Folgen der Terroranschläge in den USA nötig sein sollte, zieht er auch ein Wirtschaftsprogramm zur Ankurbelung der Konjunktur in Betracht. "Ich bin zuversichtlich, dass wir - falls nötig - mit dem Kongress ein Wirtschaftsanreiz-Programm ausarbeiten können..."
Das sagte Bush bei einem Besuch des US-Verteidigungsministeriums am Montag in Washington.
Im Moment gebe es sicher Schwierigkeiten. "Aber die Grundlagen für wirtschaftliches Wachstum sind da", ergänzte er. Die zuletzt verabschiedeten Steuersenkungen im Volumen von 1,35 Bill. Dollar (20.041 Mrd. S/1.456 Mrd. Euro) würden die Wirtschaft stützen. Das gleiche sei von dem 40 Mrd. Dollar umfassenden Notausgaben-Programm zu erwarten, von dessen Summe die Hälfte für die Unterstützung New Yorks gedacht ist.
Finanzspritze für angeschlagene Flugbranche
Noch am Montag wies Bush die Regierung an, ein umfassendes Hilfspaket für die nach den Terroranschlägen finanziell schwer angeschlagene US-Luftfahrtbranche auszuarbeiten. Eine Sprecherin des Weißen Hauses erklärte Montag Abend, der Präsident habe dazu aufgerufen, staatliche Finanzspritzen für die Luftfahrgesellschaften locker zu machen. Am Dienstag werden sich die Chefs der führenden amerikanischen Luftfahrtgesellschaften mit Präsidentenberater Lawrence Lindsey treffen, um ihren akuten Unterstützungsbedarf darzulegen.
Die US-Luftfahrtkonzerne sind bei jenen Unternehmen, die wegen ausgefallener Flüge und der erwarteten Zurückhaltung der Kunden aus Angst vor ähnlichen Vorfällen wie bei den Anschlägen der vergangenen Woche am stärksten unter den wirtschaftlichen Auswirkungen der Terroraktionen leiden.
Weitere Steuersenkungen nach US-Terroranschlägen?
Unterdessen ist laut dem US-Präsidialamt noch nicht darüber entschieden, ob es weitere Steuersenkungen zur Unterstützung der US-Wirtschaft nach den Terroranschlägen geben wird. Präsidialamtssprecher Ari Fleischer: "Es ist noch zu früh, um das zu sagen." Aber der Präsident werde weiter ein Auge auf die Wirtschaft haben und auf die Mitglieder beider Parteien im Kongress hören, welche Schritte - falls notwendig - unternommen werden müssen, um der Wirtschaft zu helfen.
US-Finanzminister Paul O'Neill für Politik des starken Dollars
O'Neill äußerte am Montag die Überzeugung, dass ein starker Dollar gut für das Land sei. Trotz der Anschläge von vergangenen Dienstag werde die US-Währung ein "sicherer Hafen" bleiben. O'Neill unterstrich in diesem Zusammenhang auch, dass die jüngsten Wechselkursbewegungen des US-Dollar nicht heftiger als in den vorangegangenen neun Monaten ausgefallen seien.
Die US-Wirtschaft werde zudem ihre Stabilität unter Beweis stellen und langfristig wieder ein nachhaltiges Wachstum erzielen. Den Zinsschritt der US-Notenbank Federal Reserve begrüßte O'Neill als "perfekt angemessen".

