Montag, 17. September 2001

Konkurs für Swissair-Sprecher "kein Thema"

Die Swissair-Aktien sind am Montag heftig unter Druck geraten. Der Grund: Die Sorgen über die Folgen der Terroranschläge in den USA auf die Airlines werden immer grösser. An der schweizerisch-britische Börse virt-x sackten die Titel bis gegen 12.40 Uhr um 17,1 Prozent auf 48,5 Franken (32,4 Euro/445,4 S) ab.

Damit haben die Swissair-Aktien seit den Anschlägen am Dienstag beinahe 40 Prozent an Wert verloren. Befürchtungen über hohe Umsatzeinbußen, steigende Kosten auf Grund schärferer Sicherheitsmassnahmen und ein Anziehen des Ölpreises hätten den Kurs der ohnehin schon angeschlagenen Gesellschaft weiter belastet, sagten Händler.

Swissair-Sprecher Rainer Meier erklärte am Montag. Ein Konkurs der Schweizer Fluglinie sei "kein Thema", genauso wenig eine Kapitalerhöhung, eine Finanzhilfe des Bundes oder ein Schuldenerlass der Banken. Zudem habe man auch nicht dei Absicht, den Überlebenskredit mehrerer Großbanken in Höhe von 1 Mrd. Fr. in Anspruch zu nehmen.

Entscheidend für die Perspektiven der Swissair werde sein, wie sich die Passagierzahlen in nächster Zeit entwickelten, sagte Meier. Diese hänge auch von der weltpolitischen Situation ab. Im Moment bewegten sich die Stornierungen im "normalen Rahmen".

"Wir evaluieren derzeit die verschiedensten Szenarien", sagte Meier. Es sei noch zu früh, zu sagen, welche Maßnahmen getroffen würden. Ob es zu einem weiteren Stellenabbau und Streckenstilllegungen komme, wollte der Swissair-Sprecher nicht kommentieren. Die Maßnahmen würden bekannt gegeben, sobald sie beschlossen seien.

Die Kosten für die nach den Anschlägen in den USA ausgefallen 60 Hin- und Retourflüge der Swissair würden derzeit berechnet. Dabei müssten vor allem noch die Zusatzkosten für die Sicherheitsmaßnahmen und Hotelübernachtungen gestrandeter Passagiere erhoben werden, so Meier.

In aller Welt haben die Airlines die Terroristenangriffe und Flugunterbrechungen bis zu zehn Mrd. Dollar (10,85 Mrd. Euro/149 Mrd. S) Umsatz gekostet, errechnete die Airline-Organisation IATA (International Air Transport Association) in Genf. Die zehn größten amerikanischen Airlines haben laut Angaben der Nachrichtenagentur "Bloomberg" durch das dreitägige Flugverbot nach dem Anschlag mehr als eine Mrd. Dollar verloren und legen jetzt täglich 100 Mill. Dollar zu. Am Wochenende hatte die amerikanische Continental Airlines den Abbau von 12.000 Stellen angekündigt und von einem möglichen Konkurs gesprochen. Auch Delta, United, und Northwest wollen ihre Flugkapazitäten um 20 Prozent kürzen.

17.9.2001 17:49