Montag, 17. September 2001

Importe stiegen etwas stärker als die Exporte

In der österreichischen Warenverkehrsbilanz klaffte im ersten Halbjahr 2001 ein deutlich größeres Loch als im Vorjahr. Vorläufigen Zahlen zufolge kletterte das traditionelle Defizit um 8,6 Mrd. S oder nahezu 30 Prozent auf 37,8 Mrd. S (2,7 Mrd. Euro).

Das gab die Statistik Austria am Montag bekannt. Die Gesamteinfuhren erhöhten sich in den ersten sechs Monaten im Jahresabstand um 41,4 Mrd. S oder 8,3 Prozent auf 537,9 Mrd. S, die Gesamtausfuhren lagen mit 500,1 Mrd. S um 32,8 Mrd. S oder 7 Prozent über dem Vorjahreswert.

Hauptverantwortlich für das höhere Außenhandelsdefizit im ersten Halbjahr 2001 sind die um 16,2 Prozent gestiegenen Importe aus Drittstaaten (exklusive EU-Länder). Die Einfuhren aus Drittstaaten erhöhten sich laut Statistik Austria nach vorläufigen Daten um 26,7 Mrd. S, die Exporte verzeichneten dagegen nur einen leichten Anstieg um 7,7 Mrd. S bzw. um 4,4 Prozent. Das Außenhandelsdefizit mit Drittstaaten betrug von Jänner bis Juni 7,7 Mrd. S, so das Statistikinstitut am Montag.

Verhältnismäßig mehr Waren wurden im ersten Halbjahr in die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) exportiert als importiert. Die Einfuhren nahmen um 14,8 Mrd. S bzw. um 4,4 Prozent zu, die Ausfuhren hingegen erhöhten sich um 25,1 Mrd. S bzw. um 8,6 Prozent. Somit erniedrigte sich das Außenhandelsdefizit mit den EU-Ländern im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres um 10,3 Mrd. S bzw. um 25,5 Prozent.

Die vorläufigen Monatsergebnisse Juni 2001 zeigten bei den Einfuhren einen Anstieg um 2,5 Prozent bzw. um 2,0 Mrd. S, während die Ausfuhren ein Minus von 1,6 Prozent bzw. 1,3 Mrd. S aufwiesen.

Die Einfuhren aus EU-Mitgliedstaaten verzeichneten im Juni einen Rückgang um 0,2 Mrd. S bzw. um 0,4 Prozent, die Ausfuhren in die Europäischen Union stiegen um 1,8 Mrd. S bzw. um 3,9 Prozent. Das Passivum verringerte sich im Vergleich zu Juni 2000 um 2,0 Mrd. S.

Konnte der Warenverkehr mit den Drittstaaten im Juni des Vorjahres noch ein Aktivum von 4,8 Mrd. S aufweisen, so verzeichnete der Warenverkehr im aktuellen Berichtsmonat ein Passivum von 0,54 Mrd. S. Die Importe von 30,3 Mrd. S lagen um 7,9 Prozent höher gegenüber dem Vorjahresmonat, die Exporte von 29,8 Mrd. S verringerten sich aber um 9,4 Prozent gegenüber Juni 2000.

17.9.2001 11:07