Zwei Kandidaten in engerer Wahl als GAK-Trainer

Am Donnerstag nach Ende der UEFA-Cup-Partie gegen den FC Utrecht (0:3) war es bereits so gut wie fix, am Freitag 0:30 Uhr schließlich amtlich. GAK-Präsident Rudi Roth und Sportdirektor Peter Svetits haben im Rahmen einer nächtlichen Pressekonferenz im Mannschaftshotel in Utrecht die einvernehmliche Trennung von mittlerweile Ex-Trainer Werner Gregoritsch bekannt gegeben.
Wer die Nachfolge von Gregoritsch, der seit April 2000 als Trainer und insgesamt acht Jahre lang im Betreuerstab für den GAK tätig war, antritt, wollte der Klubvorstand noch nicht bekannt geben.
Keglevits als Zwischenlösung
"Wir haben mehrere Trainer kontaktiert, zwei stehen nun in der Endauswahl. Ich hoffe, dass der neue Mann bereits am Sonntag gegen die Austria auf der Bank sitzt", meinte Roth zur Nachfolge-Frage. In beiden Fällen soll es sich um einen renommierten Trainer handeln, einer stammt aus Österreich, einer aus dem Ausland. Bis zur Bestellung des neuen Betreuers wird Christian Keglevits, bisher "Co" von Gregoritsch, das GAK-Training leiten.
"Gehe mit schwerem Herzen"
Unter Gregoritsch holten die "Rotjacken" in der Saison 1999/2000 den Cup- sowie den Supercup-Sieg, in der Meisterschaft 2000/2001 schaffte man überraschend Rang drei und somit die Qualifikation für den UEFA-Cup. In die laufende Punktekampagne startete man sogar als Co-Favorit. Nun verabschiedete sich das 43-jährige GAK-Urgestein, das in Graz auch als Jugendtrainer sowie beim Aufbau der Sportakademie gearbeitet hatte, mit feuchten Augen: "Ich gehe mit schwerem Herzen. Diese eineinhalb Jahre waren die schönsten meiner bisherigen sportlichen Karriere, in denen ich auch sehr viel gelernt habe. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass die Arbeit bei meinem GAK so schnell zu Ende geht."
0:7 wurde Gregoritsch zum Verhängnis
Zum Fallen brachte Gregoritsch das 0:7-Debakel in der Vorwoche gegen den FC Tirol, die dritthöchste Niederlage der Klubgeschichte. Danach war bereits fest gestanden, dass im Falle einer höheren Niederlage gegen Utrecht seine Ära zu Ende ist. Gregoritsch: "Nach meiner schweren Krankheit war das die schwierigste Situation in meinem Leben. Nach dem 0:7 habe ich alles probiert, um die Mannschaft wieder aufzurichten. Sie haben auch in Utrecht gezeigt, dass sie nicht gegen den Trainer gespielt haben."
Weiter ein Freund des GAK
Abschließend bedankte sich Gregoritsch bei der Mannschaft, dem Betreuerstab, Sportdirektor Svetits und Präsident Roth und erklärte, dass er überzeugt sei, wieder einmal als GAK-Trainer zurückzukehren. "Es ist heute ein Lebensabschnitt von mir zu Ende gegangen. Mit Roth und Svetits konnte man ordentlich arbeiten, mit dem restlichen Vorstand möchte ich nichts mehr zu tun haben, die will ich nicht mehr sehen. Trotzdem möchte ich als Freund vom GAK gehen."
Danke von Rudi Roth
Auch Roth sagte Danke, sah aber die Ablöse von Gregoritsch als einzig mögliche Konsequenz. "Wir haben große Erfolge gefeiert, mit den jüngsten Ergebnissen hat uns aber die Realität eingeholt. Wir haben die derzeitige Situation diskutiert und eine Trennung als beste Lösung befunden." Wer nun auf dem Trainerstuhl der Steirer Platz nehmen wird, soll laut Roth in den "allernächsten Tagen" feststehen. "Mit ihm wollen wir auf jeden Fall den erfolgreich begonnenen neuen Weg fortsetzen", erklärte Roth.
Spieler bedauern
Die Spieler bedauerten die vereinsinternen Ereignisse der letzten Zeit. "Es ist schade, dass es so weit gekommen ist. Wir haben sicher nicht gegen den Trainer gespielt. Wieso wir in dieses Tief geschlittert sind, weiß keiner", meinte Torhüter Franz Almer. "Wir haben große Schuld. Wenn wir die Ursachen wüßten, hätten wir sie schon längst abgestellt", fügte Martin Amerhauser hinzu.
Die GAK-Trainer seit 1990
| 25. Oktober 1989 - 7. Jänner 1990 | Adi Pinter |
| 8. Jänner 1990 - 11. September 1990 | Heinz Binder |
| 11. September 1990 - 16. April 1992 | Savo Ekmecic |
| 16. April 1992 - 24. Oktober 1993 | Milan Miklavic |
| 26. Oktober 1993 - Sommer 1996 | Hans Ulrich Thomale |
| Sommer 1996 - 11. September 1996 | Ljubo Petrovic |
| 11. September 1996 - 20. September 1996 | Hans Peter Schaller |
| 20. September 1996 - Sommer 1997 | August Starek |
| Sommer 1997 - 2. März 2000 | Klaus Augenthaler |
| 2. März 2000 - April 2000 | Rainer Hörgl |
| April 2000 - 20. September 2001 | Werner Gregoritsch |
Grand Prix von Monaco18:01
Sechster trotz BestzeitSchumi Schnellster in Monaco. Wegen Rückstufung dennoch Webber in der Pole.
Fußball Nationalteam18:03
Der ÖFB-TrainingsalltagEin "24-Stunden-Job" für Teamchef Marcel Koller. Klein schießt Zuschauer k.o.
