Alles eitel Wonne bei Meister Tirol

Alles eitel Wonne beim FC Tirol neun Tage nach dem neuerlichen Out in der Qualifikation zur Champions-League. Mit dem 7:0 am Sonntag gegen den desolaten GAK hat der heiße Anwärter auf den österreichischen Titel-Hattrick für den höchsten Sieg der laufenden max.Bundesliga und in Graz für äußerst dicke Luft gesorgt.
Der Stuhl von Coach Werner Gregoritsch wackelt jedoch trotz der dritthöchsten GAK-Niederlage der Bundesliga-Geschichte nicht. Ivica Osim vom Erzrivalen Sturm ortete fehlende Cleverness als Hauptgrund für das 1:1 (0:0) seiner Elf im Heimspiel gegen Rekordmeister Rapid.
National top
"Das Werkl funktioniert blendend. National sind wir absolut top, international hängt alles an einem seidenen Faden", meinte Kurt Jara, der trotz des nun imposanten Torverhältnisses seines Teams (26:0) noch einen kleinen Kritikpunkt fand: "Mit etwas mehr Konsequenz wäre noch mehr möglich gewesen!" Vielleicht wäre es dann sogar die höchste GAK-Niederlage der Bundesliga-Geschichte geworden, so ist es nach dem 1:11 (1977) und dem 0:10 (1985) jeweils gegen Rapid die dritthöchste der "Rotjacken".
"Schande für den GAK"
"Das 0:7 ist eine Schande für den GAK, es wurde eine hohe Geldstrafe für die Spieler ausgesprochen", berichtete Klubpräsident Rudi Roth (gr. Bild) am Montag Mittag nach einem "Gipfelgespräch" mit Sportdirektor Peter Svetits und Trainer Gregoritsch sowie einer teilweise lautstarken Aussprache mit der Mannschaft.
Gegen Utrecht volles Rohr
Den "Fall Kulovits", der Mittelfeldspieler wurde wegen Kritik an Schiedsrichter Stuchlik ausgeschlossen, werden die Vereinsbosse separat behandeln. Die Position von Gregoritsch wurde nicht in Frage gestellt. "Er hat einen Cup-Sieg, einen Supercup-Sieg und den UEFA-Cup-Platz erreicht", zählte Präsident Roth die Argumente für Gregoritsch auf. Der GAK bricht am Dienstag Richtung Amsterdam zum UEFA-Cup-Hinspiel gegen den FC Utrecht auf, dort müssen die Spieler laut Roth "volles Rohr Gas geben."
Osim dementiert Kontakte zum HSV
Für Osim war das Grazer 1:1 gegen Rapid ein "Spiel, das man akzeptieren muss. Uns hat die Cleverness gefehlt und Rapid hat sich den Punkt mit viel Kampfgeist verdient", bilanzierte der Bosnier, der am Montag Kontakte mit dem deutschen Bundesligisten Hamburger SV dementierte. Der Sturm-Coach, der seit Juni 1994 auf der Trainerbank der Grazer sitzt, war als Nachfolger des in der Kritik stehenden Frank Pagelsdorf ins Spiel gebracht worden.
Kartnig: "Spieler können nicht laufen"
Osims Präsident Hannes Kartnig ging mit seinen Spielern einmal mehr hart ins Gericht: "Bei uns können einige Spieler nicht laufen. Ich werde einen Co-Trainer holen, der ihnen das Laufen beibringt. Und wenn ein Hannes Reinmayr so spielt, dann hat er bei Sturm nichts verloren."
Loddar sieht die Zukunft positiv
Die Mannen von Lothar Matthäus sorgten für den ersten Punktegewinn in der Ära des deutschen Neo-Rapid-Teamchefs. "In der Kabine ist die ganze Last von unseren Schultern gefallen, natürlich auch bei mir. Wenn wir beim letzten Pass noch zielstrebiger gewesen wären, hätte am Schluss sogar noch mehr raus schauen können", blickt der deutsche Rekord-Teamspieler positiv in die grün-weiße Zukunft.
"Die Mannschaft lebt"
Auch die Stimmung innerhalb seiner Mannschaft stimmt Matthäus zuversichtlich. Bester Beweis dafür war der lautstarke und auf dem Feld geführte Disput zwischen Keeper Maier und Saler. "Sie sollen sich anschreien und anmotzen, in der Kabine ist dann alles wieder vergessen. Das war auch bei uns bei den Bayern so. Das ist ein Zeichen, dass die Mannschaft lebt."
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