Dienstag, 18. September 2001

Austria und Rapid im ÖFB-Cup rausgeflogen

  • Untersiebenbrunn demütigt Austria, Salzburg besiegt Rapid
  • Auch GAK, Sturm und LASK im Viertelfinale

Für die Wiener Klubs ist der Traum, sich über den "Rettungsanker" Cup für einen internationalen Bewerb zu qualifizieren, seit Dienstag ausgeträumt. Rapid unterlag im Achtelfinale im Hanappi-Stadion Salzburg mit 1:2, Rekord-Cupsieger Austria verabschiedete sich gar gegen Erstdivisionär und Kooperationsklub SC Untersiebenbrunn mit 2:3. Problemlos weiter kamen hingegen Sturm und der GAK, die 1:2-Heimniederlage von Ried gegen LASK kostete Alfred Tatar seinen Trainerposten. Bleiberg setzte sich im Erstdivisionärs-Duell gegen Leoben im Elferschießen durch.

Im Horr-Stadion gab es für die enttäuschenden Veilchen keine Gastgeschenke vom Partner-Klub. "Untersiebenbrunn hat verdient gewonnen. Wir haben uns taktisch schlecht verhalten, das wird sicherlich Konsequenzen haben", ärgerte sich Interimscoach Didi Constantini. Weit besser war die Stimmung naturgemäß bei Constantinis Widerpart Attila Sekerlioglu. "Meine Spieler waren von den Zehenspitzen bis zu den Haarspitzen motiviert. Ich war vom Sieg überzeugt, wir sind gut vorbereitet ins Spiel gegangen", jubelte der frühere Austria-Spieler.

Salzburger Jubel
Grund zur Freude hatte auch Salzburg-Coach Lars Söndergaard nach dem überraschenden 2.1-Sieg in Hütteldorf. "Ich habe nicht erwartet, hier zu gewinnen, aber der Sieg war verdient. Unsere Leistung war kämpferisch und taktisch sehr gut", erklärte Söndergaard, dessen Mannschaft den "grün-weißen Fluch" ablegte. Der Erfolg war der erste über Rapid nach 16 Pflichtspielen, das Führungstor durch Christoph Jank der erste Treffer gegen die Wiener seit 25. September 1999.

Rapids Teamchef Lothar Matthäus haderte mit dem Schicksal. "Wir sind im Moment nicht vom Glück verfolgt. Gegen Sturm haben wir in der 93. Minute das 0:1 kassiert, heute in der 95. Minute nur die Stange getroffen. Wenn Wallner in der ersten Minute das Tor gemacht hätte, wäre die Partie anders gelaufen", meinte der DFB-Rekordinternationale, der aber nicht nur Glücksgöttin Fortuna für das Ausscheiden verantwortlich machte. "Wir haben Mängel im Spielaufbau und brauchen zu lange, die Bälle in die Offensive zu bringen." Ähnlicher Meinung war Andi Herzog, der mit dem Freistoß an die Stange im Finish Pech hatte. "Die Mannschaft hätte sich den Cupsieg sicher nicht verdient, die Fans schon."

Durch das Ausscheiden der beiden Wiener Erzrivalen könnte die Europacup-Saison 2002/03 erstmals in der Geschichte von Meistercup, Cup der Cupsieger und UEFA-Cup ohne einen Verein aus der österreichischen Metropole in Szene gehen. Ein vierter Platz in der Bundesliga (von dem beide Klubs aber weit entfernt sind) würde unter Umständen nur dann zur Teilnahme am UEFA-Cup berechtigen, wenn ein Team aus dem Bundesliga-Führungstrio Tirol, Sturm und GAK den Cup gewinnt. Eine Europacup-Saison ohne Rapid und Austria gab es zuletzt 1965/66, damals traten der LASK (Meistercup), der Sportclub (UEFA-Cup) und Wiener Neustadt (Cup der Cupsieger) für Österreich an.

Die Grazer Klubs gaben sich bei ihren unterklassigen Gegnern keine Blöße. Sturm siegte in Wiener Neustadt 4:0, der GAK kam in Waidhofen/Ybbs zu einem 3:1. Mit dem Erfolg im Elferschießen gegen Leoben zog Bad Bleiberg als vierter Erstdivisionär neben Untersiebenbrunn, LASK und Mattersburg (am 5. März 1:0 über Bregenz) ins Viertelfinale ein. Am Mittwoch wurde das Achtelfinale mit der Partie Kärnten - Tirol, der Neuauflage des vergangenen Cupfinales, abgeschlossen.

ÖFB-Memphis-Cup – Achtelfinale
Dienstag, 19. März:
Austria Wien - SC Untersiebenbrunn 2:3 (1:1)
DSV Leoben - BSV Bad Bleiberg 1:1 n.V., 2:4 i.E.
FC Waidhofen/Ybbs - GAK 1:3 (0:2)
SC Wr. Neustadt - Sturm Graz 0:4 (0:2)
SV Ried - LASK 1:2 (1:0)
Rapid Wien - SV Salzburg 1:2 (0:1)

Mittwoch, 20. März:
19.00 FC Kärnten - FC Tirol

Bereits gespielt (5.3.):
SV Mattersburg - SW Bregenz 1:0 (0:0)

18.9.2001 18:24