Ferrari-Doppelsieg: Barrichello vor Schumacher
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"La Repubblica" brachte es in ihrer Schlagzeile am Tag nach dem Grand Prix von Italien auf den Punkt: "Die Ferraris machen, was sie wollen." Die roten Renner siegen weiter nach Belieben und ein Ende der erdrückenden Überlegenheit ist nicht abzusehen. Während Rubens Barrichello und Weltmeister Michael Schumacher nach ihrem "Traumresultat und Riesentag" im siebenten Himmel schweben, nimmt der Albtraum für die erneut gedemütigten Konkurrenten immer qualvollere Dimensionen an. Freuen durften sich nur Niki Lauda und sein Jaguar-Rennstall mit dem ersten Podestplatz im Jahre 2002 für die Engländer durch den Nordiren Eddie Irvine.
Williams-BMW und McLaren-Mercedes drohen in zwei Wochen in den USA hingegen die nächste Schlappe. "Der Rest ist jetzt Kosmetik, aber wir schminken uns gern", kündigte "Nimmersatt" M. Schumacher den Rivalen nach dem Doppelerfolg von Monza für Indianapolis und Suzuka weitere Abreibungen an.
Schumacher weiß, dass die "rote" Dominanz auch in der kommenden Saison kaum zu brechen sein wird, hütet sich aber, dies lautstark herauszuposaunen. Luca di Montezemolo kannte dagegen keine Zurückhaltung. "Jetzt ist Ferrari nicht mehr aufzuhalten", kündigte der Ferrari-Präsident eine Fortsetzung der Vorherrschaft an.
Nächstes Jahr wieder Ferrari-Solo?
Die Konkurrenz scheint sich in ihr Schicksal zu fügen. Jaguar-Teamchef Niki Lauda prognostiziert: "Wenn sich bei Ferrari nichts ändert, dann schauen wir alle alt aus." BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen befürchtet: "Es ist davon auszugehen, dass Ferrari nächstes Jahr vorne ist." Die Münchner trösteten sich nach dem herben Doppelausfall in Monza damit, dass sie das Qualifikationstraining gewonnen und den Rückstand zu Ferrari gegenüber Spa "deutlich verringert" haben. Mercedes-Motorsportdirektor Norbert Haug setzt darauf, dass "die Dominanz nicht ewig dauert.
Die Zahlen belegen dies beeindruckend: Schumacher und Barrichello feierten in dieser Saison schon sieben Doppelerfolge, davon drei zuletzt in Serie. Zehn der 13 Ferrari-Siege holte der die Formel-1- Weltrekorde am Fließband verbessernde Rheinländer. Die letzte Niederlage liegt fast vier Monate zurück: In Monaco gewann Silberpfeil-Pilot David Coulthard.
Schattenseiten der roten Dominanz
So sehr die Dominanz der "Roten" mit den beiden so früh wie noch nie in der GP-Geschichte gewonnenen WM-Titeln das Team und die Tifosi erfreut, sie hat auch ihre Schattenseiten. Schumachers Spazierfahrten senken den Zuschauerzuspruch und die Einschaltquoten. So registrierten die Veranstalter über 32.000 Fans weniger als im Vorjahr, Und RTL meldete 2,5 Millionen weniger Zuschauer als beim Italien-Grand-Prix 2001.
Irvine wusste nichts von seinem Glück
Das interessierte Eddie Irvine nach dem Rennen wenig. Der mit 36 Jahren älteste Pilot im Zirkus feierte seinen ersten Podestplatz seit Mai 2001 (Monaco) ausgelassen. Als die Ferrari-Fans den Triumph ihrer Asse und auch ein bisschen ihn bei der Siegerehrung bejubelten, sah sich der Ire an seine Zeit im italienischen Rennstall zurückerinnert, als ein Podium-Platz eher die Regel war, wie u.a. auch seine vier Siege beweisen. Nicht nur deshalb hatte er sich in Italien verliebt, auch des Nachtlebens und der schönen Frauen wegen. "Perfektes Fahren, fehlerlos, er hätte keinen besseren Job tun können", lobte Lauda seinen Piloten, der übrigens zunächst gar nicht gewusst hatte, dass er Dritter war und "das Stockerl" dann umso mehr genoss.
Schumi-Motor konfisziert
Michael Schumacher muss um seinen zweiten Platz allerdings zittern. Die drei Rennkommissare teilten am Sonntagabend mit, dass der Ferrari-Motor des fünfmaligen Formel-1-Weltmeisters versiegelt wurde und heute untersucht wird. Alle anderen Rennwagen entsprachen bei der obligatorischen Untersuchung nach dem Rennen in Monza dem technischen Reglement des Internationalen Automobilverbandes.
Harte Strafe für Massa
Sauber-Pilot Felipe Massa wird beim nächsten Formel-1-Rennen in zwei Wochen in Indianapolis um zehn Startplätze zurückgestuft. Die drei Rennkommissare verhängten nach dem Großen Preis von Italien diese erstmalig ausgesprochene Strafe gegen den 21 Jahre alten Teamkollegen von Nick Heidfeld wegen eines Unfalls. Der Brasilianer Massa verursachte in Monza in der 15. Runde eine Kollision mit dem spanischen Jaguar-Piloten Pedro de la Rosa. Beide schieden danach aus.
Die Stewarts hörten nach einem Bericht des Renndirektors die Betroffenen an und studierten die Videoaufzeichnungen. Danach fällten sie die Entscheidung, Massa nach Paragraf 55 (c) der Formel-1-Sportregeln des Internationalen Automobilverbandes FIA beim Großen Preis der USA am 29. September um zehn Plätze in der Startaufstellung zurückzusetzen.
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