Montag, 17. September 2001

SPEZIAL: ALLE INFOS ZU HERMANN MAIER

Hermann Maier wird nach seinem schweren Motorrad-Unfall am 24. August dieses Jahres zusehends ungeduldig. "Es geht mir alles etwas zu langsam", bekräftigt der österreichische Ski-Star. Doch arbeitet der 28-Jährige weiter fieberhaft an seiner Genesung bzw. an seinem Comeback.

Der Salzburger hat auch erstmals seit seinem Unfall wieder Skischuhe anprobiert, um die Auswirkungen seines Schien- und Wadenbeinbruches in seinem "Arbeitsgerät" festzustellen.

Das Ergebnis war eher ernüchternd. "Wie befürchtet liegt die Bruchstelle genau am Skischuhrand. Mit dem Schienbein gibt es keine Probleme, denn da ist ja der Nagel drin. Aber die gebrochene Wade schmerzt im Schuh", erklärte Maier.

Auch hält der Doppel-Olympiasieger von Nagano nichts von Spezialschuhen. "Es ist gut und schön, wenn ich niedrigere oder höhere Schuhe probiere, oder weichere Skier bekommen soll. Aber die sind nur ein Übergang, ein Hilfsmittel für die erste Phase zum Comeback", betonte der Flachauer. "Wenn ich wieder so fahren will, wie früher, brauche ich auch das selbe, aggressive Material. Nur dann kann ich wieder Erfolg haben." Atomic-Geschäftsführer Michael Schineis sicherte seinem Star auf jeden Fall "volle Unterstützung" beim Comeback zu.

Körperlich hat der "Herminator" schon wieder so weit zugelegt, dass er "fast das komplette Trainingspensum" durchführen kann. Rund acht Stunden pro Tag arbeitet Maier an seiner vollkommenen Genesung, ein Gutteil dieser Zeit ist für die Rehabilitation - wie Gleichgewichts- und Koordinationsübungen sowie Gehschule - reserviert. Während ihm der gebrochene rechte Fuß derzeit nichts so sehr zu schaffen macht, "ist das Problem ein eingeklemmter Nerv im linken Fuß. Da fehlt mir noch das Gefühl und daher ist es auch schwer, zu trainieren." Erschwert wird das Training noch dadurch, dass Maier komplett auf Schmerzmittel ("Da kann man schnell abhängig werden") verzichtet. "Teilweise habe ich da durch das viele Training am Abend solche Schmerzen, dass ich gar nicht einschlafen kann", erzählt er.

Nach wie vor fehlen ihm zehn Kilo auf sein "Kampfgewicht", das habe aber nicht nur Nachteile, erklärt Maier Augen zwinkernd: "Immerhin muss ich zehn Kilo weniger Muskelmasse mit mir herumschleppen, das spart Kraft!" Die Gedanken kreisen inzwischen aber wieder mehr um Ski fahren. Beim Weltcup-Auftakt in Sölden saß Maier vor dem Fernseher, da war die Sehnsucht noch nicht so groß. "Aber in zweieinhalb Wochen, wenn die anderen in Beaver Creek fahren, wo ich schon so viele Erfolge gefeiert habe, wird es schmerzen im Herzen."

Genesungswünsche durfte Maier auch von Luc Alphand entgegen nehmen. Der ehemalige Abfahrts-Weltcupsieger arbeitet für seinen ehemaligen Ausrüster Atomic in Frankreich im PR-Bereich und stattete der Firma einen Besuch ab.

17.9.2001 16:36