Mit Gager und Leitner Ösi-Trio in Griechenland

Olympiakos vor Panathinaikos und AEK. Die großen Drei des griechischen Fußballs, die in dieser Reihenfolge die Meisterschaft 2000/01 beendet haben, werden auch für die am Sonntag beginnende neue Liga-Saison mit nur mehr 14 Vereinen als heiße Favoriten gehandelt. Gilbert Prilasnig, der im Sommer von Sturm Graz zu Aris Saloniki wechselte und damit die rot-weiß-rote Tradition in Hellas fortsetzt, stuft Panathinaikos besonders hoch ein.
Er selbst hat mit Aris Saloniki einen UEFA-Cup-Platz im Visier und möchte bei seinem Klub am liebsten Libero spielen. "Der Beginn ist sehr wichtig, weil die Liga von 16 auf 14 Klubs reduziert wurde und die Meisterschaft mit 26 Runden kurz ist", weiß Prilasnig. Erklärtes Ziel seines neuen Klubs ist das Erreichen des UEFA-Cups. "Dafür müsste man wie zuletzt Sechster werden. Das muss zu schaffen sein", so der Kärntner, dessen Klub in der Startrunde auf den Lokalrivalen PAOK trifft.
Libero
Prilasnig glaubt, dass es für die Mannschaft und ihn das Beste wäre, würde er Libero spielen: "Das ist meine Lieblingsposition, die ich im Frühjahr auch bei Sturm gespielt habe." Die Entscheidung liegt bei Trainer Henri Michel, dem französische Ex-Teamchef. "Er ist sehr kompetent, kann gut mit den Spielern umgehen, obwohl er kein Wort Griechisch spricht", sagt der ÖFB-Teamspieler.
Rot-weiß-rote Tradition
Die rot-weiß-rote Tradition in Griechenland setzten auch Herbert Gager und der heuer von der Wiener Austria gewechselte Jürgen Leitner fort, die für FC Xanthi, den Tabellenachten der vergangenen Saison, tätig sind. Mit seinen Landsleuten hatte Prilasnig bisher noch keinen Kontakt. Bisher erfolgreichster Österreicher in Griechenland als Spieler (Peter Koncilia, Didi Constantini, Alfred Hörtnagl etc.) war Peter Persidis, der mit Olympiakos drei Mal Meister (1973 bis 1975) und zwei Mal Cupsieger (1973 und 1975) war.
Panathinaikos als Favorit
Erster Titelanwärter für Prilasnig ist Panathinaikos, einer von acht Klubs aus der Hauptstadt Athen. "Dort läuft's schon wie am Schnürchen. Die eingespielte Mannschaft ist fast gleich geblieben", sagt der Kärntner, der bei diesem Klub auch im Gespräch gewesen war. Der Vize-Meister, der in der vorigen Saison an Sturm Graz in der europäischen "Millionen"-Liga gescheitert war, hatte vor der heurigen Champions League-Qualifikation Verletzungsprobleme in der Abwehr, kam dann aber wieder davon ab, Prilasnig nach Athen zu holen.
Starkes Kollektiv
Denn der Trainer hatte Bedenken, dass es ein Überangebot geben könnte, wenn alle wieder fit sind. Panathinaikos lebt laut Prilasnig vom starken Kollektiv, das die Athener derzeit auch in der Champions League (2:0-Siege gegen Schalke 04 und Mallorca) auszeichnet.
Olympiakos mit Karambeu
Während Giorgos Koutsoupias, Prilasnigs griechischer Ex-Freund in den Reihen von Sturm Graz, wieder auf Olympiakos tippt, ist der ÖFB-Internationale eher skeptisch. Der Meister legt zwar Wert auf große Namen und hat mit dem französischen Welt- und Europameister Karambeu den berühmtesten Neuzugang getätigt, doch in der Vorbereitung lief es alles andere als meisterlich. "Dort herrscht eine ähnliche Situation wie bei Real Madrid, die Stars harmonieren nicht", sagt der Österreicher.
AEK von Krisen geschüttelt
Eher als unbekannte Größe gilt AEK. Der Traditionsklub wird immer wieder von schweren internen Krisen geschüttelt, weshalb Prilasnig auch einen Wechsel dorthin abgelehnt hatte. "Aber die Schwarz-Gelben waren in den Test- und Cup-Spielen vor dem Liga-Start sehr stark. Mit ihnen ist immer zu rechnen", meint der Abwehrspieler.
