Dienstag, 18. September 2001

Österreich hofft für Auslosung auf Heimspiel

Die aktuellen Weltranglisten

Österreichs Daviscup-Team hat nach drei bitteren Auswärts-Niederlagen in der Slowakei und Frankreich (beide 2000) sowie in Kroatien (2001) auf eigenem Boden wieder auf die Siegerstraße zurückgefunden. Im zweiten Heimspiel überhaupt, das auf Hartplatz ausgetragen wurde, setzten sich Markus Hipfl, Stefan Koubek und Co. in Wels gegen die Ukraine letztlich sicher mit 4:1 durch.

Nun hofft man bei der Auslosung am 18. Oktober einerseits auf ein Heimspiel und andererseits auf eine Setzung.

"Das wichtigste ist, dass wir die Partie gewonnen haben", meinte Daviscup-Kapitän Günter Bresnik. Denn trotz des klaren Endresultats hätte die Partie unter anderen Umständen auch ganz anders verlaufen können. Ein Andrej Medwedew der nur eine Spur fitter ist, und beide Einzel und das Doppel spielen kann, hätte die rot-weiß-rote Equipe gehörig ins Wanken bringen können. Die größte Enttäuschung für den Wiener war die Niederlage von Julian Knowle und Jürgen Melzer. "Da war ich mir sicher, dass wir die Partie gewinnen werden."

Deutsche Bundeshymne
Auch sonst sind in Wels einige Pannen passiert, aus denen der erstmals als Daviscup-Veranstalter fungierende ÖTV mit Sicherheit lernen wird. Das Abspielen der deutschen Bundeshymne anstatt der eigenen war der Fehler eines Einzelnen, der mit dieser Aufgabe sicher nicht mehr betraut wird, auch im Bewerben der Veranstaltung sind Fehler passiert. Knapp 2.000 Zuschauer an allen drei Daviscup-Tagen zusammen bedeuten wohl einen Minusrekord seit vielen Jahren.

Wenig Zuschauer
Die Gründe für den Zuschauerschwund sucht der ÖTV bei der weltpolitischen Lage und beim Wetter. "Seit den Terroranschlägen in den USA hat sich das Interesse der Öffentlichkeit klar auf das weltpolitische Geschehen gerichtet", so ÖTV-Präsident Ernst Wolner. Für eine Veranstaltung dieser Größenordnung bleibe da nicht genug Aufmerksamkeit. Andererseits waren beim (schlecht beworbenen) Fed Cup in Neudörf bei zwei (!) vorverkauften Karten sogar 900 Zuseher gekommen.

Hoffentlich gesetzt
Vorentscheidend dafür, ob Österreich im Jahr 2002 wieder um den Aufstieg in die Weltgruppe kämpft, ist die Auslosung am 18. Oktober. Bresnik hofft diesmal nicht nur auf ein Heimspiel, sondern auch darauf, dass Österreich gesetzt wird. Wenn nicht, droht ein Länderkampf bereits im Februar: Der erste Spieltag wäre der Eröffnungstag der Olympischen Winterspiele in Salt Lake City, also nicht gerade ein Wunschtermin. Der Pool der möglichen Gegner umfasst die wohl gesetzten Weißrussen (Losentscheid), Belgien (heim), Italien (auswärts) sowie Rumänien (a), Simbabwe (h), Griechenland (a), Finnland (h), Portugal (a) und Israel (h). Die Entscheidung über die Setzung wird zwischen Österreich und Rumänien fallen.

Finnland als Wunschgegner
"Wenn ich mir das anschaue, dann wünsche ich mir natürlich Finnland zu Hause", sagte Bresnik. Von den Auswärtsspielen sei wohl Portugal noch die leichteste Aufgabe.

Hipfl nach Palermo
Für die Daviscupper geht es an verschiedenen Schauplätzen weiter. Stefan Koubek wollte eigentlich in Toulouse spielen, doch wurde das Turnier wegen der verheerenden Explosion in einer Chemiefabrik abgesagt. "Ich spiele erst wieder in Wien bei der CA-Trophy", sagte Koubek. Markus Hipfl ist bereits ab Dienstag beim ATP-Sandplatzturnier in Palermo wieder im Einsatz, in dem er in Runde eins auf den Italiener Federico Luzzi trifft. Julian Knowle versucht sich ab Samstag in der Qualifikation für Moskau und danach in jener von Wien, Jürgen Melzer tritt diese Woche beim Challenger in Kamnik (SLO/Sand) an.

Endstand:

Österreich - Ukraine 4:1

Stefan Koubek - Andrej Dernowski 6:0,6:3,3:6,6:1
Markus Hipfl - Orest Tereschtschuk 6:3,6:1,6:1
Knowle/Jürgen - Dernowski/Tereschtschuk 6:7 (6/8), 6:2,3:6,6:1,3:6
Markus Hipfl - Andrej Medwedew 6:4,4:6,6:0,6:4
Stefan Koubek - Taras Demjanenko 6:0,6:3

18.9.2001 15:56