Sonntag, 23. September 2001

Arafat zu Treffen mit Peres bereit

Außenministerin Benita Ferrero-Waldner ist in der jordanischen Hauptstadt Amman mit Palästinenserpräsident Yasser Arafat zusammen getroffen. Im Mittelpunkt des Gespräches standen die Bemühungen, noch vor dem zur Wochenmitte beginnenden jüdischen Yom Kippur-Fest ein Treffen Arafats mit dem israelischen Außenminister Shimon Peres zur Entschärfung des Nahost-Konfliktes zustande zu bringen.

Vor und nach dem Treffen mit Arafat führte Ferrero-Waldner aus diesem Anlass Telefonate mit dem Nahost-Beauftragten der EU, Miguel Angel Moratinos.

Arafat bekräftigte seine Bereitschaft zum Dialog mit Israel. "Ich bin bereit, jederzeit mit Peres zusammen zu treffen" betonte der Palästinenserpräsident, der gesundheitlich in guter Verfassung wirkte. Die Außenministerin betonte ihrerseits, wie wichtig es sei, dieses Treffen gerade jetzt in einer Zeit der Krise abzuhalten. Eine solche Begegnung wäre eine vertrauensbildende Maßnahme, um den Friedensprozess wieder in Gang zu bringen. Beide Seiten waren sich einig, dass die USA ihre Einflussnahme auf Israel geltend machen müßten.

Arafat beklagte, dass die Situation in den Autonomiegebieten immer schwieriger werde. Ferrero-Waldner betonte, es sei Zeit, Maßnahmen zu treffen, um zur Situation vor der Intifada zurück zu kehren. Dem Gespräch wohnte auch Nabil Shaath, der Minister für Kooperation und Entwicklung in der Palästinensischen Selbstverwaltungsbehörde bei.

Am frühen Nachmittag war Ferrero-Waldner mit dem jordanischen König Abdullah II. zusammen getroffen, der nach ihren Worten immer mehr zu einer "Drehscheibe der politischen und diplomatischen Bemühungen in der Region" wird. Am selben Tag empfing der Monarch die Außenminsiter Großbritanniens und Saudiarabiens. Zur Position Abdullahs sagte Ferrero-Waldner, der König habe sich im Gegensatz zu anderen arabischen Staaten nach den Terrorangriffen in den USA sofort mit den USA solidarisch erklärt. Er wollte auch die Botschaft vermitteln, das nicht der Islam als Religion für die Aktionen verantwortlich zu machen sei.

23.9.2001 19:48