Freitag, 21. September 2001

Zankapfel ist die Entwaffnung der IRA

Nach wie vor ist die Entwaffnung der IRA Zankapfel zwischen Großbritannien und Nordirland: Und eben wegen der stockenden Friedensverhandlungen setzt die britische Regierung ab Mitternacht die nordirische Autonomie vorübergehend außer Kraft.

Dies erklärte Nordirlandminister John Reid am Freitag in Belfast. Zur Dauer der Maßnahme machte Reid keine Angabe. In seiner Umgebung war zunächst verlautet, es könne sich höchstens um 24 Stunden handeln. Die kurzfristige Aufhebung der Autonomie gibt den Konfliktparteien erneut sechs Wochen Zeit, sich über die Entwaffnung der katholischen Untergrundorganisation IRA zu einigen.

Ursprünglich wäre Samstag um Mitternacht die sechswöchige Frist für eine Einigung zu Ende gegangen. Da sich keine Einigung abzeichnete, hätte London entweder Neuwahlen ausrufen oder die Provinz unter Direktverwaltung stellen müssen. Am Donnerstag hatte die IRA ein neues Gesprächsangebot gemacht. Schon Mitte August hatte sich die britische Regierung dieses juristischen Tricks bedient und die Frist für eine Einigung von Protestanten und Katholiken verlängert, indem sie für 24 Stunden die Autonomie Nordirlands aussetzte.

21.9.2001 20:46