Donnerstag, 20. September 2001

Hearing im Umweltausschuss d. Parlaments gefordert

AKW Temelin: Umfrage, Diskussion

Die Grünen haben am Dienstag einen sofortigen Stopp des Probebetriebs im tschechischen Atomkraftwerk Temelin gefordert. Grund: Österreichische Experten stellten dem AKW ein "vernichtendes Zeugnis" aus.

Den Stopp des Probebetriebs solle die österreichische Bundesregierung von Tschechien verlangen, forderte Umweltsprecherin Eva Glawischnig am Rande der Klubklausur der Grünen in St. Pölten.

Sie bezog sich in ihrer Forderung auf den Bericht der österreichischen Experten, die Temelin untersucht haben. Die Experten kommen zu dem Schluss, dass Temelin nach europäischer Genehmigungspraxis weder betrieben noch mit Brennstoff beladen werden dürfte. Glawischnigg forderte nun, dass der Bericht dem Parlament zugeleitet wird und im Umweltausschuss ein Hearing mit den Experten durchgeführt wird. Das wollen die Grünen am Mittwoch im Nationalrat beantragen.

Glawischnig verwies darauf, dass Temelin dem Bericht zu Folge nicht "dem Stand der Technik" entspreche und gleichzeitig der Nationalrat beschlossen habe, dass in diesem Fall das Energiekapitel in den EU-Beitrittsverhandlungen mit Tschechien nicht abzuschließen sei. Um aus dieser "Sackgasse" wieder herauszufinden, bekräftigte die Umweltsprecherin die Forderung der Grünen nach einem Ausstiegsangebot für Tschechien. Österreich sollte hier "mit gutem Beispiel vorangehen".

Umweltministerium weist Vorwürfe zu Temelin-Bericht zurück
Das Umweltministerium weist alle Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Sicherheitsbericht zum tschechischen Atomkraftwerk Temelin zurück. Das Ministerium habe den Bericht nicht verheimlicht, da er im Internet veröffentlicht wurde, so der Sprecher von Umweltminister Wilhelm Molterer (V), Daniel Kapp. Vielmehr sei die Veröffentlichung auf der Homepage "Ausdruck der Transparenz", mit der das Umweltministerium mit diesem Prozess umgehe.

20.9.2001 11:05