Donnerstag, 20. September 2001

Ex-Terrorist beruft gegen Auslieferung

Der vor knapp eineinhalb Jahren in Kanada verhaftete mutmaßliche deutsche Terrorist Walter Lothar Ebke ist am Mittwoch gegen Kaution vorläufig auf freien Fuß gesetzt worden. Ein Gericht in Yellowknife setzte die Haft gegen Zahlung von 100.000 Dollar (108.015 Euro/1,49 Mill. S) aus.

Von Seiten Ebkes läuft eine Berufung gegen die Auslieferungsempfehlung eines Richters. Über diese Berufung muss erst noch entschieden werden.

Auflagen für die Freilassung
Der Termin für die gerichtliche Anhörung wurde auf den 22. Jänner 2002 festgesetzt. Bis dahin darf Ebke Yellowknife, die Hauptstadt der Northwest Territories, nicht verlassen. Er muss sich außerdem täglich bei der Polizei melden.

Richter John Vertes vom Obersten Gericht der Northwest Territories empfahl vor zwei Wochen die Auslieferung Ebkes an Deutschland. Ebke legte dagegen Berufung ein. Sollte diese abgelehnt werden, entscheidet die kanadische Justizministerin Anne McLellan endgültig über die Auslieferung Ebkes.

Ex-Terrorist
Der 47-Jährige, der der Mitgliedschaft in den Roten Zellen (RZ) verdächtigt wird, soll in den 80er Jahren an mehreren Anschlägen in Deutschland beteiligt gewesen sein, darunter auf ein Amt für Asylbewerber und die Siegessäule in Berlin. Ein Auslieferungsverfahren gegen Ebke läuft bereits seit Dezember vorigen Jahres. Ebke zog 1996 nach Yellowknife und betrieb dort eine Pension und einen Handwerksbetrieb. Er wurde im Mai 2000 auf Antrag der deutschen Behörden verhaftet.

20.9.2001 04:41