Australien verweigerte Flüchtlingen die Einreise

Drei Wochen dauerte ihre Irrfahrt in Südostasien - jetzt wurden die Afghanen mit Blumen empfangen. Das australische Truppentransportschiff "Manoora" setzte am Mittwoch zunächst etwa 100 Afghanen auf der kleinen Pazifikinsel Nauru ab.
Die Flüchtlinge, denen die australische Regierung trotz internationaler Kritik die Einreise verweigerte, wurden im Hafen von hunderten Einwohnern mit Blumen empfangen. Dann wurden sie mit Bussen ins Inselinnere zu Notunterkünften gebracht, die die australischen Streitkräfte eigens errichtet hatten.
Das Schicksal der Flüchtlinge hatte vergangenen Monat internationale Aufmerksamkeit erregt. Ein norwegischer Frachter hatte vor der australischen Weihnachtsinsel 433 Flüchtlinge aus Seenot gerettet. Ihre Aufnahme lehnte die Regierung in Canberra jedoch strikt ab. Ebenfalls auf der "Manoora" sind 237 Flüchtlinge, die Anfang September aufgegriffen wurden.
Nauru und Neuseeland haben sich bereit erklärt, die Menschen unterzubringen, bis das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR über ihre Asylanträge entscheidet. Nauru erhält für die Aufnahme der Flüchtlinge Hilfen in Höhe von 20 Millionen Australischen Dollar (10,72 Mill. Euro/148 Mill. S).
Während die harte Haltung der australischen Regierung international Empörung auslöste, bescherte sie der Koalition von Regierungschef John Howard zwei Monate vor dem voraussichtlichen Wahltermin ein Popularitätshoch. Laut einer in der Zeitschrift "Bulletin" veröffentlichten Umfrage hat die Regierung derzeit die Unterstützung von 53 Prozent der Bevölkerung, die oppositionelle Arbeitspartei fiel dagegen auf 32 Prozent zurück.
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