Mumie voller Überraschungen

Vor zehn Jahren ist in den Ötztaler Alpen die mittlerweile weltberühmte Gletschermumie "Ötzi" gefunden worden. Ein deutsches Ehepaar hatte am 19. September 1991 die 5.300 Jahre alte Leiche aus der Jungsteinzeit entdeckt. Der anfangs unterschätzte Fund avancierte rasch zu einer nationalen Berühmtheit. Kürzlich entdeckte man: Ötzi ist ein Mordopfer!
Nach einer vorübergehenden Konservierung am Anatomischen Institut Innsbruck war "Ötzi" 1998 in das eigens für ihn adaptierte Archäologiemuseum nach Bozen in Südtirol übersiedelt. Der Mann aus dem Eis und seine Beifunde nehmen dort seither einen zentralen Ausstellungskomplex ein und können von Besuchern besichtigt werden. Mit zahlreichen neuen Entdeckungen hält die Gletscherleiche aus der Jungsteinzeit seit zehn Jahren die Wissenschaft in Atem.
Streit um Leichenteile
Schon direkt nach dem Fund gab es Diskussionen, ob der "Mann vom Hauslabjoch" auf österreichischer oder italienischer Seite der Grenze aufgefunden wurde.
Bei Röntgenaufnahmen wurde erst heuer entdeckt, dass Rippen-Teile des "Ötzi" fehlen. Die Bozener vermuteten, dass die Professoren in Innsbruck sich - ohne Absprache - "bedient" hätten.
Mordfall "Ötzi"
Dieselben Röntgen-Aufnahmen enthüllten, dass die vermeintliche Tragödie in Wirklichkeit ein Mordfall ist: Der Ötztalmann wurde von hinten mit einem Pfeil angeschossen. Die abgebrochene Pfeilspitze wurde in seinem Schultergewebe entdeckt. Wer ihn ermordete und warum, das wird freilich für immer im Dunkel der Geschichte verborgen bleiben.
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