19-Jähriger stach 36 Mal auf Mutter ein

Eine unfassbare Bluttat wurde heute, Dienstag, im Landesgericht Korneuburg verhandelt. Der 19-jährige Christian H. musste sich wegen Mordes vor einem Schwurgericht verantworten. Grund: Er tötete seine Mutter mit 36 Messerstichen und lebte zwei Wochen neben der Leiche auf der Terrasse weiter, als wäre nichts geschehen.
Er sei von ihr immer nur kritisiert und getadelt, nie gelobt worden, erklärte der erst 19-jährige Bursch. Nach einem Streit sei "alles aus mir rausgebrochen."
Als Christian H. fünf Jahre alt war, starb sein Vater. Margarete H. zog ihr einziges Kind allein in einem Reihenhaus in Großenzersdorf groß. "Es war nie eine merkbare Gefühlsbasis da zwischen uns. Mit der Zeit schaltet man dann einen Gang zurück", berichtete der Sohn. Es sei immer "ein Unbehagen" in ihm gewesen, wenn er sich mit ihr im selben Raum befand.
"Seit Ewigkeiten hat es Konflikte gegeben", erfuhren die Geschworenen. Die Mutter habe ihm ständig Vorhalte gemacht - teilweise sicher nicht ganz unberechtigt: Der einem Gutachten zufolge überdurchschnittlich intelligente Bursch brach die HTL ab, ging keiner Beschäftigung nach, vertrieb sich die Zeit hauptsächlich mit Feuerwehr-Kameraden und in der Tanzschule. Das konnte die nach einer Krebserkrankung vorzeitig pensionierte Frau, die des Geldes wegen weiter in einem Heurigen aushalf, nicht goutieren.
"Sie wollte mir alles wegnehmen, was mir etwas bedeutet hat", sagte er. Er habe sich auf seine eigenen Füße stellen, finanziell unabhängig werden wollen: "Aber ich habe den Willen verloren."
Am 3. Februar 2001 kehrte die 49-Jährige von einem Urlaub in der Türkei zurück. Als der Sohn nach Mitternacht alkoholisiert nach Hause kam, machte sie ihm Vorwürfe, sie nicht vom Flughafen abgeholt zu haben. "Ich wollte meine Ruhe haben und schlafen", verriet der Angeklagte. Aber die Mutter ließ nicht locker, brachte seinen schulischen Misserfolg und sein untätiges Herumsitzen zur Sprache. Im Zuge des Streites fiel dann ein Tasche zu Boden, aus der ein Bundesheermesser kollerte. "Mein Eigentum", sagte Christian H., "sie wollte es mir wegnehmen. Es war die Symbolik, sie nimmt mir weg, was mir gehört. Da hab ich nicht mehr gewusst, was ich tue."
Gezählte 36 Mal stach der Sohn der Mutter das Messer (Klingenlänge: 16 Zentimeter) in den Leib. Obwohl sie seinen Angaben zufolge flehte: "Hör auf!" und zu Boden sank, ließ er erst ab, als die Waffe in ihrem Kopf stecken blieb. Als die Leiche auf die Terrasse geschafft und mit Pappkartons zugedeckt war, reinigte der damals 18-Jährige den Fußboden und die Teppiche, wusch die Vorhänge, gab seine blutige Kleidung in die Waschmaschine, duschte und ging schlafen. Am nächsten Morgen besuchte er einen Flohmarkt und traf Freunde.
Festgenommen wurde Christian H. am 17. Februar in seiner Tanzschule. Eine Freundin seiner Mutter hatte sich nicht länger mit seinen Angaben, die 49-Jährige habe ihren Urlaub verlängert, zufrieden gegeben. Sie schaute persönlich vorbei und sah auf der Terrasse eingetrocknetes Blut. Die alarmierte Gendarmerie fand dann den Leichnam. "Es ist schrecklich, was passiert ist. Es war Totschlag. Ich kann es nicht ungeschehen machen. Es tut mir Leid, aber ich möchte versuchen, das Beste rauszuholen", meinte Christian H. abschließend.
Familiendrama in St. Pölten16:26
Bluttat: Tochter Zeuge?Vater schoss auf Sohn und richtete sich selbst. Waffenbesitz des 37-Jährigen illegal
Kriminalität20:48
Acht Jahre lang Sklavin19-jährige Deutsche wurde jahrelang misshandelt. Mutmaßliche Täter verhaftet.
Raubvögel vergiftet11:09
Falken ausgerottetBregenz: Taubenzüchter vergiftet gesamte Population am Pfänderstock
