Montag, 10. September 2001

SPEZIAL: DIE BIENNALE 2001 IN VENEDIG

Die Bilder vom Filmfestival

Erneuter Erfolg für den österreichischen Film: Bei den 58. Filmfestspielen von Venedig ist der Regisseur Ulrich Seidl für seinen Film "Hundstage" mit dem "Großen Preis der Jury" ausgezeichnet worden. Der Streifen galt schon im Vorfeld der Preisverleihung als einer der Favoriten am Lido.

In seinem ersten Spielfilm porträtiert Seidl (Bild) eine Gruppe von Menschen im südlichen Umland von Wien, wie sie während der "Hundstage" unter dem Eindruck schweißtreibender subtropischer Luftmassen zwischen Ziegelteichen, Reihenhäusern, Megamärkten und Autobahnzubringern allmählich Wäsche und Hemmungen ablegen.

Von einem "sensationellen Erfolg" für den österreichischen Film spricht in einer Aussendung die Austrian Film Commission (AFC) nach der Verleihung des "Großen Preises der Jury" bei den 58. Filmfestspielen von Venedig an Ulrich Seidls "Hundstage". Erst im Frühjahr war Michael Hanekes Jelinek-Verfilmung "Die Klavierspielerin" in Cannes mehrfach ausgezeichnet worden.

Seidl: "Nächster Film wird noch radikaler"
Ulrich Seidl sieht den Jury-Preis als Meilenstein seiner Karriere, aber auch als Anerkennung für den Österreichischen Film insgesamt. "Wenn sie so wollen, ist dies der glücklichste Tag meines Lebens. Ich glaube und hoffe, dass zur Kenntnis genommen wird, dass das auch eine Auszeichnung für den österreichischen Film ist.", meint er, "Ich weiß nicht, ob unmittelbar daraus etwas entstehen wird, aber es wäre sehr befremdlich, wenn man die internationalen Erfolge des österreichischen Films von politischer Seite ignorieren würde. " Über seine Zukunftspläne sagt er: "Ich werde diese Art weiterentwickeln. Ich hoffe, meine nächste Arbeit wird noch radikaler."

"Goldener Löwe" geht nach Indien
Die indische Regisseurin Mira Nair ist beim Filmfestival in Venedig mit dem "Goldenen Löwen" ausgezeichnet worden. Sie erhielt den Preis am Samstag Abend für ihren Streifen "Monsoon Wedding". Die Filmkomödie schildert eine indische Hochzeit.

Beide Darstellerpreise für "Luce dei miei occhi"
Die Darstellerpreise bei den 58. Filmfestspielen von Venedig gingen an den italienischen Film "Luce dei miei occhi": Zum besten Schauspieler wurde der Italiener Luigi Lo Cascio gewählt, den Preis für die beste weibliche Darstellung bekam die Italienerin Sandra Ceccarelli. Mit dem Preis für die beste Regie wurde der Iraner Babak Payami für seinen Streifen "Raye makhfi" ausgezeichnet, den Drehbuchpreis erhielt der mexikanische Film "Y tu mama tambien".

Den erstmals vergebenen "Löwen des Jahres" sicherte sich Laurent Cantet für "L'Emploi du Temps" (Frankreich). Gael Garcia Bernal und Diego Luna ("Y tu mama tambien") teilten sich den Marcello-Mastroianni-Preis für die beste schauspielerische Nachwuchsleistung, den "Luigi-De-Laurentis-Preis" für das beste Erstlingswerk ging an den slowenischen Beitrag "Kruh in mleko" von Jan Cvitkovic.

10.9.2001 16:21