US-Airlines wollen von Bush 15 Mrd. $ Finanzhilfe

Der Terror stürzt die Wirtschaft ins Minus. Auch die Fluggesellschaften: Massives Buchungsminus, Flugausfälle, steigender Ölpreis, Investitionen wegen schärferer Sicherheitsbestimmungen. Die Folgekosten für die Luftfahrt werden auf bis zu 152 Mrd. S (10 Mrd. Dollar, 11,04 Mrd. Euro) geschätzt! Delta Airlines, drittgrößter US-Anbieter, rechnet mit einem Milliardenminus. Continental Airlines droht der Konkurs. Die Sperre des US-Luftraumes bescherten allen Linien - auch Alitalia, Air France, Lufthansa und AUA - ein Millionenminus.
Voraussichtlich am Dienstag will US-Präsident Bush mit den Chefs der US-Fluggesellschaften über mögliche Finanzhilfen beraten. Dabei sollen verschiedene Optionen in Zusammenarbeit mit dem US-Kongress besprochen werden, sagte der Sprecher des US-Verkehrsministeriums, Chet Lunner.
Das Repräsentantenhaus bereitet demnach einen Gesetzesentwurf vor, der Darlehen und Hilfen in Höhe von 15 Milliarden Dollar (16,3 Mrd. Euro/224 Mrd. S) für die US-Luftfahrtindustrie vorsieht.
Continental Airlines: Konkurs bis Ende Oktober möglich
Continental droht Konkurs Ende Oktober
Continental Airlines hat die täglichen Verluste des Unternehmens im Zuge der Ausfälle im Flugverkehr auf 30 Millionen Dollar (32,5 Mill. Euro/448 Mill. S) beziffert und einen Konkurs bis Ende Oktober nicht ausgeschlossen. Auf die Frage, ob seine Firma finanzielle Hilfe zur Abwehr eines Bankrotts benötige, sagte der Chef der fünftgrößten US-Fluglinie, Gordon Bethune, am Samstag: "Wir brauchen sofort irgendeine Form der Intervention." sonst könnten die Unternehmensaktivitäten Ende Oktober zum Stillstand kommen.
Zuvor hatte die in Houston ansässige Firma bereits angekündigt, 12.000 Mitarbeiter und damit rund 20 Prozent der Belegschaft zu entlassen. Zudem werde der Flugplan wegen der Folgen der Terror-Anschläge um rund 20 Prozent gekürzt.
Delta Airlines rechnet mit erheblichen Verlusten
Die drittgrößte US-Fluggesellschaft rechnet mit erheblichen finanziellen Einbußen. "Buchungsminus, steigender Ölpreis und höhere Investitionen in die Sicherheit, deren Ausmaß und Dauer wir im Moment nicht abschätzen können, werden negative Auswirkungen auf unsere finanzielle Situation und unser Ergebnis haben", teilte die Fluggesellschaft in einem Schreiben an die US-Börsenaufsicht SEC mit. Genaue Ergebnisziele wollte das Unternehmen nicht bekannt geben. Analysten erwarten, dass Delta Air Lines auf Grund der Konjunkturabkühlung und der Terroranschläge im Gesamtjahr 2001 ein Verlust in Milliardenhöhe ausweisen wird.
Alitalia und Air France: Schwierigste Phase der Geschichte
Die italienische Alitalia revidiert die Grundlinien des Entwicklungsplans, der Ende September verabschiedet werden soll. Das Management der Fluggesellschaft, die vor wenigen Wochen eine Allianz mit Air France eingegangen ist, befürchtet, dass die Fluglinien in den nächsten Monaten "eine der schwierigsten Phasen der Geschichte mit starken Verlusten erleben wird". Für die ersten sechs Monate hat das Unternehmen einen Nettoverlust von 503 Mrd. Lire (260 Mill. Euro/3,57 Mrd. S) nach 352 Mrd. Lire im Vorjahr ausgewiesen. Alitalia-Geschäftsführer Francesco Mengozzi arbeite nun an strukturellen Einschnitten, um die Kosten einzudämmen. Sofortmaßnahmen: Rationalisierung der Nordamerika-Flüge, Stopp von Neueinstellungen sowie die Streichung der Überstunden des Personals. Noch unklar ist, ob es auch zu Entlassungen kommen wird.
Auch AUA wird sich nicht von Verlusten erholen
Der Vorstand schließt aus, dass sich die AUA von den Verlusten im ersten Halbjahr 2001 erholen wird. Der AUA, die ein Minus von nahezu 1 Mrd. S einflog, hat durch die gestrichenen US-Flüge täglich 10 Millionen Schilling weniger Umsatz gemacht. Die Unterbringung festsitzender Fluggäste kostet täglich 600.000 Schilling.

