"Kriegs-Prämie" durch drohende Vergeltungsschläge

Die Ölpreise an der New Yorker Mercantile Exchange (Nymex) sind am Freitag nach der dreitägigen Handelsunterbrechung um fast sieben Prozent gestiegen. Händler sprachen von einer "Kriegs-Prämie" angesichts drohender US-Vergeltungsschläge nach den Terrorangriffen auf New York und Washington.
Der Preis für das Barrel Öl per Lieferung Oktober stieg gegenüber Dienstag um 1,89 Dollar auf 29,52 Dollar.
Zeitweise hatte der Preis bis auf 29,98 Dollar zugelegt - der höchste Stand seit Mitte Mai. Die in London gehandelte Nordsee-Ölmarke Brent hatte am Freitag um 1,06 Dollar höher mit 29,43 Dollar geschlossen. Dies waren zwei Dollar mehr gegenüber Dienstag, dem Tag des Anschlags.
Händler fürchten, dass ein Konflikt die Versorgung mit Öl aus dem Nahen Osten gefährden könnte. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hatte unmittelbar nach dem Anschlag versichert, für ein ausreichendes Öl-Angebot sorgen zu wollen. Kurz zuvor war der Ölpreis kurze Zeit bis auf 31 Dollar gesprungen.
Der Handelsraum der Nymex war am Dienstag evakuiert worden, nachdem das nahe gelegene World Trade Center in Trümmer versunken war. Am Freitag wurde erstmals auf dem Internet gestützten Elektronischen Access-System gehandelt.

