Freitag, 14. September 2001

Herbsttagung von IWF und Weltbank verschoben

Die Terroranschläge in den USA ziehen weite Kreise: Die für den 29./30. September geplante Herbsttagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank in Washington wird vertagt. Stattdessen ist ein Treffen der Notenbankgouverneure und Finanzminister in London denkbar.

Dem IWF nahestehende Kreise hatten bereits in den vergangenen Tagen mit der Absage des Jahrestreffens gerechnet. Die beiden Finanzinstitutionen und die amerikanische Regierung seien nach den verheerenden Terroranschlägen dieser Meinung gewesen, hätten sie aber bisher nur nicht offiziell verkünden wollen.

Denkbar wäre es, nun nach der Absage des Jahrestreffen in Washington nur ein IMFC (International Monetary and Finance Committee)-Treffen der Notenbankgouverneure und Finanzminister der 24 Staaten durchzuführen, die den Ländergruppen vorstehen. Naheliegend wäre dabei ein Ausweichen nach London, weil der britische Schatzkanzler Gordon Brown der IMFC-Vorsitzende ist. Im Zentrum der Beratungen dürfte der Ausblick für die Weltwirtschaft stehen, der sich seit der letzten Prognose vom Frühling deutlich verdüstert habe.

Außerdem sollte eine Antwort auf die Globalisierungsgegner gesucht werden, von denen in Washington zwischen 50.000 und 100.000 erwartet worden waren. In diesem Zusammenhang wäre die Tobin-Steuer - Anti-Spekulationsabgabe - für Kapitalströme ein Thema gewesen.

14.9.2001 18:39