Bank Austria sieht Amerika in Rezessionslage

Die Ereignisse in den USA treffen die Weltwirtschaft zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt:"Wir erwarten eine zusätzlich negative Wirkung auf die US-Konjunktur im zweiten Halbjahr, womit die Hoffnungen auf eine baldige Erholung begraben sind". Dies stellte die Chefvolkswirtin der Bank Austria/Creditanstalt-Gruppe, Marianne Kager, anlässlich der heutigen Konjunkturprognose fest.
Die Ereignisse in den USA treffen die Weltwirtschaft zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Die USA dürften sich in einer Rezession befinden, was bei zwei Quartalen mit negativen Wachstumsraten der Fall ist.
Europa durch Ereignisse in USA belastet
Die stagnierende Konjunktur in Europa werde durch die Ereignisse in den USA nochmals belastet und die Erholung verzögert. In diesem Umfeld sei auch für Österreichs Wirtschaft nur bedingt Erholungspotenzial zu sehen. Die Bank-Austria-Prognose geht von 1,4 Prozent Wachstum in Österreich für 2001 aus und mit einer geringfügigen Verbesserung auf 1,9 Prozent im Jahr 2002.
Eine durchgreifende Erholung sei daraus nicht zu erkennen, die Hoffnung auf eine nur kurze Konjunkturdelle müsse begraben werden. Für die USA gehen die Volkswirte der Bank Austria davon aus, dass sich die Konsumentenstimmung zusätzlich verschlechtern werde. Damit dürfte das Wachstum 2001 in den USA unter den bisher von der Bank Austria erwarteten ein Prozent liegen.
2002 mehr Ausgaben für Waffen und Sicherheit
Da der Kongress vermutlich keinerlei Widerstände gegen umfangreiche Rüstungs- und Sicherheitsprogramme leisten werde, dürften 2002 die öffentlichen Ausgaben spürbar steigen. Das sollte auch bei gedämpfter Stimmung die konjunkturelle Erholung garantieren. Allerdings würden die USA damit auch 2002 deutlich unter ihrem Wachstumspotenzial bleiben.
Auch für Osteuropa haben die Ökonomen der Bank Austria ihre Erwartungen zurückgeschraubt. Die Reformländer seien durch ihre enge Verflechtung mit dem europäischen Wirtschaftsraum von der Konjunkturflaute mit einem Verzögerungsfaktor von drei Monaten betroffen. Eine Rezession sei in Osteuropa aber nicht zu befürchten, die Konjunktur werde in den meisten Ländern vom privaten Konsum kräftig gestützt.

