KSV verlangt Barquote von zwei Mal 7,5 Prozent

Die rund 1.500 Gläubiger der insolventen Buch- und Papierhandelskette Libro werden sich mit der gesetzlichen Mindestquote von 40 Prozent begnügen müssen. Die Gläubiger werden in zwei Tranchen jeweils 100 Mill. S erhalten.
Der Kreditschutzverband von 1870 (KSV), der für seine Gläubiger ursprünglich eine Verbesserung auf 50 Prozent verlangt hat, will allerdings eine Barquote von 15 Prozent, die in zwei gleichen Tranchen zu je 7,5 Prozent fließen soll, betont KSV-Experte Hans-Georg Kantner: Ohne entsprechende Barquote werde es keinen Ausgleich geben.
Im Detail müssten die ersten 7,5 Prozent als Voraussetzung für die Bestätigung des Ausgleichs vorliegen. Die andere Hälfte muss im Februar 2002 ausbezahlt werden. Damit würden die Gläubiger kurzfristig in zwei Tranchen jeweils 100 Mill. S (7,27 Mill. Euro) erhalten. Die Finanzierung der Barquote würde aus dem laufenden Kreditrahmen erfolgen. Voraussetzung für die Erfüllung des Ausgleichs ist allerdings, dass die Gläubigerbanken mit Forderungen in Höhe von 2,3 Mill. S zurückstehen.
Bis jetzt wurden von 1.500 Gläubigern 4,2 Forderungen von 4,2 Mrd. S angemeldet. Der KSV geht davon aus, dass davon rund 3,7 Mrd. S anerkannt werden. Zieht man die Forderungen der Gläubigerbanken von 2,3 Mrd. S ab, müssen die verbleibenden 1,4 Mrd. S quotenmäßig bedient werden.
Der KSV geht davon aus, dass das Libro den Ausgleich jedenfalls nicht aus eigener Kraft finanzieren könne.

