Faire Bewertung soll sichergestellt werden
Die sechs größten deutschen Investmentfondsgesellschaften haben am Mittwoch als Reaktion auf die Terroranschläge in den USA die Ausgabe und Rücknahme von Anteilen bestimmter Fonds ausgesetzt. Die Aussetzung beziehe sich auf alle Aktien- und in Wertpapiere investierte Mischfonds sowie einige ausgewählte Rentenfonds.
Das teilten die DWS der Deutschen Bank, die Deka-Gruppe der Sparkassen, die Union Investment Gruppe der Raiffeisenbanken, die DIT der Dresdner Bank, die Adig-Fonds-Gruppe der Commerzbank sowie die Activest der HypoVereinsbank unabhängig von einander mit.
Auch die Berechnung der Anteilspreise werde ausgesetzt. Auf diese Weise solle angesichts der nicht abzuschätzenden Auswirkungen der US-Terror-Serie eine faire Bewertung sichergestellt werden, hieß es zur Begründung.
Das Geschäft mit Geldmarkt- und Immobilienfonds läuft nach Angaben der Gesellschaften dagegen weiter. Die DWS empfahl ihren Kunden, in der derzeit unübersichtlichen Situation keine überhasteten Verkäufe vorzunehmen. Die Deka-Gruppe teilte mit, die Dauer der Aussetzung werde von der weiteren Entwicklung der Kapitalmärkte abhängen. Der Bundesverband Deutscher Investment- und Vermögensverwaltungs-Gesellschaften (BVI) hatte zuvor die Aussetzung der Ausgabe und Rücknahme von Fondsanteilen empfohlen.
Die USA waren am Dienstag von einer beispiellosen Terror-Serie erschüttert worden. Innerhalb weniger Minuten waren drei entführte Passagierflugzeuge auf das New Yorker World Trade Center und auf das Verteidigungsministerium in Washington gestürzt. In den Trümmern starben vermutlich Tausende Menschen. Nach den Anschlägen waren die Aktienkurse weltweit deutlich abgerutscht. Der Deutsche Aktienindex Dax war zeitweise um mehr als elf Prozent auf den tiefsten Stand seit Oktober 1998 gefallen. Am Mittwoch notierte er zur Mittagszeit um 0,8 Prozent tiefer bei 4240 Punkten. Die US-Finanzmärkte öffneten am Dienstag nicht und blieben auch am Mittwoch geschlossen.

