Mittwoch, 12. September 2001

Konsumnachfrage entscheidend für Entwicklung

Laut Finanzminister Karl-Heinz Grasser kann das Budget 2001 gehalten werden. Das teilte Grasser nach dem heutigen Konjunktur- und Budgetgipfel der Bundesregierung mit.

Abgehalten wurde der Gipfel gemeinsam mit den Sozialpartnern und Wirtschaftsforschern. Es sei klar herausgekommen, dass das Budget 2001 (Maastricht-Defizit 42,5 Mrd. S) halten werde, so Grasser. Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer sagte, dass Österreich auch das Budgetziel 2002 ("Nulldefizit") erreichen werde. Grasser betonte, jetzt müssten "alle zusammenwirken, um den (durch die gestrigen Terroranschläge in den USA) ausgelösten Schock zeitlich begrenzt zu halten". Gelinge das, sei "ein positives Szenario machbar".

Die gegenwärtige Situation müsse zweifellos sehr ernst genommen werden, die Unsicherheit sei gestiegen, sagte Grasser. Dem stehe auf der Positivseite gegenüber, dass das internationale Zahlungssystem weiter funktioniere und liquid sei. Die zerstörten Computer im eingestürzten World Trade Center seien automatisch durch ausgelagerte Rechenzentren ersetzt worden. Die Notenbanken seien in dauerhaftem Kontakt, die Europäische Zentralbank (EZB) habe noch gestern einen Schnell-Tender zur Liquiditätsstützung fixiert. "Es ist kein Platz für wirtschafts- und finanzpolitische Katastrophenreden", so Grasser. Jetzt gehe es um Rationalität, Sicherheit und Vertrauensbildung.

"Was das kleine Österreich jetzt tut, spielt in dem gegenwärtigen Szenario überhaupt keine Rolle", sagte Grasser. Ziel müsse sein, den Ölpreis und die Zinsen nach unten zu bringen, um Stabilität zu erhalten und keine preistreibenden Signale. Entscheidend für die konjunkturelle Situation in der Zukunft werde die private Nachfrage in Europa und den USA sein.

Als "best case szenario" bezeichnete Grasser, dass sich im Westen jetzt ein Zusammenhaltegefühl entwickle, auch auf wirtschafts- und finanzpolitischer Ebene. "Das worst case szenario will ich ihnen nicht schildern. Das ist heute nicht meine Aufgabe", so der Finanzminister. Wie die weitere Entwicklung auf den Märkten verlaufe, sei eine Frage des Vertrauens und der Einschätzbarkeit.

12.9.2001 14:29