Mittwoch, 12. September 2001

Brent pendelte sich bei 28 Dollar ein

Die Ölpreise haben sich einen Tag nach den schrecklichen Terroranschlägen in den USA am Mittwoch wieder beruhigt. Der zunächst auf mehr als 30 Dollar gestiegene Preis für ein Barrel der Rohölsorte Brent pendelte sich bei 28 Dollar ein und lag damit nur wenig über dem Stand vom Montag. Der Goldpreis ist nach der Auktion durch die Bank of England stabil geblieben. In London notierte Gold bei 279,50/284,50 Dollar je Feinunze.

Unterdessen warnte der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) vor Hamsterkäufen an den Tankstellen, nachdem sich am Abend zuvor an vielen Zapfsäulen in Deutschland lange Schlangen gebildet hatten. Auch an US-Tankstellen gab es Wartezeiten. Zudem verdoppelten oder verdreifachten einige Tankstellen die Preise, berichteten US-Medien am Mittwoch.

Das American Petroleum Institute betonte, die Treibstofflieferungen im Großhandel und im Einzelhandel seien normal. Die jüngsten Daten zeigten, dass die Benzin- und Dieselvorräte ausreichen, um die Nachfrage zu decken. Die Raffinerieerzeugung sei weiterhin hoch.

Goldpreise bleiben stabil
Beim Morgenfixing in London stand Gold bei 279,50 Dollar je Feinunze nach 287,00 am Montag Nachmittag. Die Auktion von 20 Tonnen Gold durch die Bank of England ergab einen Ausgabepreis von 280 Dollar pro Feinunze. Die angebotene Menge war mehrfach überzeichnet worden. Die Auktion habe nach den Anschlägen in den USA in einem desorientierten Markt stattgefunden, sagten Händler. Marktteilnehmer hofften, dass die Auktion dem Markt nun etwas mehr Orientierung verleihe.

Im frühen Handel am Mittwoch war der Goldpreis an den europäischen Börsen bei dünnem Handel stark gesunken. Viele Marktteilnehmer hätten sich an den Seitenlinien aufgehalten, sagten Händler. Die New York Mercantile Exchange bleibt auch am Mittwoch geschlossen.

Gold hatte am Dienstag in den europäischen Märkten nach der Serie von Anschlägen in New York City und Washington D.C. mit einem Kurssprung reagiert.

Ölpreise legen deutlich zu
In London legte der Ölpreis deutlich zu und sprang über die Marke von 30 Dollar je Barrel. Der so genannte Produktenpreis für Benzin schnellte um 30 bis 40 Dollar je Tonne in die Höhe. Wie ein Sprecher des Mineralölkonzerns Esso in Hamburg sagte, beträgt er jetzt rund 300 Dollar (335 Euro/4.605 S) je Tonne.

Sollte dieser Preis anhalten, sei mit deutlichen Anhebungen der Benzinpreise in Deutschland zu rechnen. Über den Zeitpunkt und das Ausmaß der Erhöhungen an den Zapfsäulen könne zunächst noch nichts gesagt werden, betonte der Sprecher.

12.9.2001 15:54