Dienstag, 11. September 2001

Schlechte Entwicklung im Hochbau

Die heimische Bauwirtschaft schlägt angesichts der schwachen Konjunktur Alarm. "Die aktuellen Produktionszahlen geben Anlass zu großer Sorge", sagt der Chef der Bundesinnung Bau, Johannes Lahofer. "Ich rechne nicht damit, dass wir heuer ein Wirtschaftswachstum in der Bauwirtschaft erreichen können."

Im besten Fall sei von einer Stagnation auszugehen, wahrscheinlich sei aber ein Rückgang in der Baukonjunktur, so Lahofer. Die Wirtschaftsforscher hätten zuletzt nur noch mit einem Branchenwachstum von 0,5 Prozent für 2001 gerechnet.

Im Hoch- und Tiefbau ist der Produktionswert im Mai 2001 um 6,2 Prozent geschrumpft, für den Bereich der öffentlichen Auftraggeber beziffert Lahofer den Rückgang mit 5,1 Prozent. "Äußerst schlecht" entwickle sich zur Zeit der Hochbau, wo besonders die öffentliche Hand mit Aufträgen geize. Gerade diese Sparte sei jedoch besonders beschäftigungsintensiv und habe eine hohe Wertschöpfung, gibt der Bundesinnungsmeister zu bedenken und fordert ein Umdenken in der Budgetpolitik.

"Wenn jetzt keine Maßnahmen getroffen werden, dann werden nicht nur die Arbeitslosenzahlen weiter stark ansteigen, sondern auch viele Unternehmen in ein Insolvenzverfahren schlittern", warnt Lahofer in einer Aussendung der Wirtschaftskammer von heute, Dienstag. Sollte heuer - wie der Auftragsbestand befürchten lasse - die Hochbauleistung um 7 Prozent zurückgehen und der Tiefbau stagnieren, so bedeute das zusätzlich zu der schon jetzt relativ hohen Bauarbeitslosigkeit rund 6.000 Beschäftigte weniger im Hoch- und Tiefbau und ebenso viele in den nachgelagerten Gewerben - in Summe mehr als 10.000 Arbeitslose.

11.9.2001 14:51