Männer kassieren 18.400 S - Frauen 13.000 S

Erstaunlich. Frauen sind mit ihren Jobs zufriedener als Männer. Der Grund dafür ist vor allem die im Gesamtschnitt geringere Arbeitszeit. Aber eigentlich hätten Frauen das Recht, zornig zu sein: Denn Männer verdienen mit durchschnittlich 18.400 Schilling netto/Monat fast um die Hälfte mehr als weibliche Kollegen!
Nach der Ifes- und Sora-Studie liegt der Arbeitsklima-Index der Frauen bei 109, jener der Männer bei 108. Das sagte der Präsident der Oberösterreichischen AK, Hubert Wipplinger, am Dienstag. Für die repräsentative Untersuchung wurden 5.600 Interviews herangezogen.
Männer verdienen fast 50% mehr als Frauen!
Männer verdienen mit 18.400 Schilling netto/Monat um fast die Hälfte mehr als Frauen! Sie bringen es im Schnitt auf 13.000 netto. Die großen Gehaltsunterschiede wirken sich in der Folge auch auf die Alterssicherung aus. 28 Prozent der weiblichen Beschäftigten gaben an, von ihrer Altersversorgung nicht leben zu können. Bei den männlichen Kollegen hatten nur 17 Prozent diese Befürchtung.
Folge des Einkommensunterschiedes
Elf Prozent der weiblichen Beschäftigten gaben an, nicht von ihrem Einkommen leben zu können. Bei den Männern waren es im Vergleich dazu nur sechs Prozent. "Sehr gut" leben können immerhin 13 Prozent der Frauen von ihrem Einkommen. Aber auch hier liegen die männlichen Kollegen mit 18 Prozent deutlich voran.
Ein Netto-Einkommen von über 30.000 Schilling weisen immerhin sieben Prozent der Männer auf. Bei den Frauen sind es hingegen nur ein Prozent. Bei der Einkommensklasse "unter 10.000 Schilling netto" dominieren hingegen wieder die Frauen. 36 Prozent der Frauen, und 11 Prozent der Männer fallen in diese Einkommensklasse.
Vereinbarkeit von Beruf und Arbeit ist wichtig
Damit bestätige sich die Forderung nach besseren Rahmenbedingungen um Familie und Beruf besser vereinbaren zu können. Investitionen in Kinderbetreuungseinrichtungen seien auch Investitionen in die Zukunft, meinte Wipplinger. Frauen seien auch besonders von der "Belastungspolitik der Regierung" betroffen.
Kritik am Kindergeld der Regierung
Kritik kam diesbezüglich auch am von der Regierung beschlossenen Kindergeld. Christoph Hofinger von Sora sprach von einem "Dilemma für besserverdienende Frauen". Grund dafür sei die jährliche Zuverdienstgrenze von 200.000 Schilling. Wenn diese Frauen eine Teilzeit-Karenz in Anspruch nehmen wollten, müssten sie ihre Arbeitzeit so stark reduzieren, dass kaum ein Unternehmen sie als Spitzenkraft behalten würde. Insgesamt erhöhe die Zuverdienstgrenze den Druck, dass ein Partner ganz auf die Arbeit verzichten müsse. Das wären dann meistens die Frauen, da sie in 85 Prozent der Lebensgemeinschaften weniger verdienen würden, so Hofinger.
Job und Familie "unter einem Hut"
Besonders bei den Teilzeit-Beschäftigten liegt der Arbeitsklima-Index der Frauen mit 112 deutlich über dem der Männer (106). Frauen seien zufriedener, wenn sie Job und Familie "unter einen Hut" bringen können, so Wipplinger. Das sei am ehesten bei Teilzeit-Berufen der Fall. Bei Vollzeit-Beschäftigten verhält es sich umgekehrt. Hier liegen die Männer mit 108:107 voran.

