Dienstag, 11. September 2001

Starke Unzufriedenheit mit Landesregierung

Sehr unterschiedlich ist die Zufriedenheit der Industrie mit dem jeweiligen Wirtschaftsstandort in den österreichischen Bundesländern. Die schlechtesten "Noten" gab es für Kärnten und Salzburg. Am Besten schnitten Oberösterreich, Tirol und Salzburg ab.

Ähnliche Werte ergab die Abfrage der Zufriedenheit mit der jeweiligen Landesregierung. Die Umfrage wurde vom Linzer Market-Institut im Auftrag der Industriellenvereinigung durchgeführt.

Bei einem Pressegespräch in Klagenfurt präsentierte IV-Präsident Hermann Hirsch die Zahlen, die dem Wirtschaftsstandort Kärnten ein denkbar schlechtes Zeugnis ausstellen. So zeigten sich nur zehn Prozent der Industriebetriebe mit dem eigenen Bundesland als Wirtschaftsstandort sehr zufrieden, 31 Prozent sind weniger zufrieden. Groß ist die Unzufriedenheit auch in Salzburg, wo sich 22 Prozent als weniger zufrieden und elf Prozent als gar nicht zufrieden deklarierten. Hirsch zu den Kärntner Zahlen: "Diese fundamentale Unzufriedenheit in Kärnten ist alarmierend." Nach Ansicht von Hirsch liegt der Hauptgrund für diese schlechten Werte in der "Unzufriedenheit mit der Kärntner Landesregierung".

Auf die Frage, wie zufrieden die Industriekapitäne mit der Arbeit der Landesregierung sind, erklärten in Kärnten 44 Prozent, sie seien weniger zufrieden, lediglich zehn Prozent sind sehr zufrieden, 42 Prozent zufrieden. Spitzenreiter unter den Landesregierungen ist Vorarlberg, wo 59 Prozent sehr zufrieden und 41 Prozent zufrieden sind. Es folgt Oberösterreich mit 44 Prozent sehr zufriedenen Unternehmen, 45 Prozent zufriedenen, zehn Prozent weniger zufriedener. Schlecht schneidet auch hier Salzburg ab, wo sich nur vier Prozent sehr zufrieden zeigten, 48 Prozent zufrieden, 33 Prozent weniger und elf Prozent gar nicht zufrieden.

Die Beurteilung zieht sich auch im Ländervergleich durch. Das eigene Bundesland stuft in Kärnten kein einziges Unternehmen als besseren Wirtschaftsstandort im Vergleich zu den anderen ein, gleich 54 Prozent halten Kärnten für den schlechteren Standort. Vice versa ist in Tirol und Vorarlberg niemand der Meinung, das eigene Land sei ein schlechterer Standort als die anderen. Am höchsten ist die Zustimmung zum eigenen Land als besserer Standort in Oberösterreich mit 77 Prozent vor Vorarlberg mit 68 Prozent.

Die Umfrage wurde österreichweit mit 333 persönlichen Interviews von Führungskräften der Industrie durchgeführt, in Kärnten wurden 25 Prozent der IV-Mitgliedsbetriebe befragt, das sind 48 Unternehmen. Hirsch: "Das bedeutet, dass wir einen hohen Grad an Repräsentanz erreicht haben, die statistische Schwankungsbreite ist äußerst gering." Klagen würden die Unternehmen vor allem über den hohen bürokratischen Aufwand, auch hier liege Kärnten mit 58 Prozent Beschwerden an der Spitze, der Bundesdurchschnitt betrage hier 46 Prozent. "Wir sind ein enorm verwaltetes Land, das muss sich raschest ändern", forderte Hirsch.

11.9.2001 12:08