"Schnäppchenjagd" nach Kurseinbruch vom Vortag

Nach den teils schweren Kurseinbrüchen vom Vortag haben die Aktienmärkte in Europa am Dienstag deutlich zugelegt. In Frankfurt am Main stieg der Deutsche Aktienindex (DAX) am Vormittag um 2,2 Prozent auf 4.775 Zähler, der NEMAX50 als Leitindex am Neuen Markt stieg um 2,6 Prozent auf 936 Punkte.
Der Euro Stoxx 50 als Index der Euro-Zone lag 1,8 Prozent im Plus bei 3.503 Punkten. Analysten äußerten die Hoffnung, dass bei zahlreichen Aktien allmählich der Boden erreicht worden sei. Am Markt seien trotz der unsicheren US-Konjunkturaussichten bereits erste Schnäppchenjäger unterwegs, hieß es in London.
Die T-Aktie der Deutschen Telekom, die am Vortag erstmals unter ihren Ausgabekurs von 1996 gefallen war, stieg um 2,7 Prozent auf 15,85 Euro (218,10 S), die "französische T-Aktie" von France Télécom verzeichnete mit einem Plus von 5,5 Prozent die stärksten Kurszuwächse unter den Werten im Pariser Leitindex CAC40.
In London sprang der FTSE-100-Index über 5.100 Punkte. Am Montag war er zwischenzeitlich unter 4.900 Zähler auf den tiefsten Stand seit fast drei Jahren gesunken. Auch der DAX hatte einen Tiefstand ausgelotet, der NEMAX50 war gar so tief gefallen wie noch nie in seiner gut zweijährigen Geschichte. In den USA hatte sich der Fall der wichtigsten Börsenbarometer abgebremst; die Standard-Aktien an der Wall Street wie auch die High-Tech-Börse Nasdaq gingen am Montag mit nur noch schwachen Verlusten oder leichten Kursgewinnen aus dem Handel.
Zahlreiche institutionelle Anleger säßen offenbar auf Geld und suchten Wege, um es anzulegen, sagte der Londoner Volkswirt der Bank BNP Paribas, David Thwaites. Noch drücke aber die Unsicherheit, wie sich die als weltweite Konjunkturlokomotive geltenden USA in den kommenden Monaten entwickeln werden, auf die Stimmung.

