15% der Unternehmen haben Bedarf an Fachkräften

Der Fachkräftemangel in der österreichischen Wirtschaft vergrößert sich weiter. Zu diesem Ergebnis kommt eine Fessel-GfK-Umfrage des Wirtschaftsbundes. Im August meldeten demnach 15 Prozent der befragten 500 Unternehmen einen Bedarf an Fachkräften. Bei einer gleichen Befragung im März waren es nur zwölf Prozent.
Die nachlassende Konjunktur und die steigende Arbeitslosigkeit hätten zu keiner Entschärfung beim Fachkräftemangel geführt, meinte Wirtschaftsbund-Generalsekretär Karlheinz Kopf am Montag bei einer Pressekonferenz.
Die Berechnungen würden zeigen, dass man ohne eine "geordnete Zuwanderung" nicht auskomme, so Kopf. Die leicht steigende Arbeitslosigkeit sei kein Argument gegen die Zuwanderung. Der Rückgang bei der Nachfrage im IT-Sektor ist für Kopf nicht repräsentativ für die Gesamtwirtschaft.
Der Prozentsatz aller Betriebe, die Bedarf an Mitarbeitern haben, sei nur unwesentlich von 25 Prozent im März auf 23,5 Prozent im August gefallen, so Peter Ulram von Fessel-GfK. Gleichzeitig gaben 79 Prozent an, dass die Suche nach geeignetem Personal schwierig sei. 58 Prozent gaben an, die Suche dauere länger als vier Wochen. Untersucht wurde auch die Einstellung der Unternehmen gegenüber älteren Arbeitskräften. 79 Prozent der Befragten versuchen demnach ältere Mitarbeiter zu halten. 43 Prozent beklagen aber auch, dass die derzeitigen Lebenseinkommenskurven von Älteren zu teuer seien.
Kopf fordert einen "Maßnahmenmix", um die "Wachstumsbremse" Arbeitskräfteknappheit zu bekämpfen. Er sprach sich für die "Anhebung des Bildungsfreibetrags für ältere Arbeitskräfte", für "maßgeschneiderte Kursangebote" und das "Abflachen der Lohn- und Gehaltskurven" aus. Für ihn ist auch klar, dass die Lohnnebenkostensenkung im Jahr 2003 kommen muss. Das Geld dafür sei vorhanden, es werde derzeit nur zweckwidrig für das Budget verwendet. Der Wirtschaftsbund fordere auch eine flexiblere Handhabung der regionale Abkommen mit den Nachbarländern zur Abdeckung des Arbeitskräftemangels.

