Montag, 10. September 2001

Nachfolger soll noch heute genannt werden

Nach Milliardenverlusten ist der Chef des niederländischen Telefonunternehmens KPN, Paul Smits, zurückgetreten. Der Aufsichtsrat wird schon heute einen Nachfolger für den Posten des Vorstandsvorsitzenden benennen.

Die Frage werde voraussichtlich noch im Laufe des Tages geklärt, hieß es. Smits werde aber so lange die Geschäfte führen, bis ein Nachfolger gefunden sei. Gleichzeitig gab die hoch verschuldete KPN bekannt, sie stehe mit Banken in Verhandlungen über weitere Kredite. KPN ist die Mutter des deutschen Anbieters e-plus.

KPN kündigte an, eine Mitteilung über die Nachfolge Smits und den Erfolg der Finanzierungsgespräche solle noch vor Börsenschluss um 17.30 Uhr erfolgen. KPN hatte in den ersten sechs Monaten des Jahres einen Netto-Verlust von 1,038 Mrd. Euro (14,3 Mrd. S) verbuchen müssen. Das Unternehmen sitzt gleichzeitig auf Rekordschulden von 22,8 Mrd. Euro, die unter anderem durch den Kauf von e-plus und mehrere UMTS-Mobilfunklizenzen aufgelaufen sind. An den Märkten wird zunehmend bezweifelt, ob das Unternehmen seine ursprünglichen Ziele zum Schuldenabbau noch erreichen könne. Zudem scheiterte vor gut einer Woche die Fusion von KPN mit dem belgischen Staatskonzern Belgacom.

Die KPN-Aktie steht seit Wochen an der Amsterdamer Börse unter Druck. Sie legte am Vormittag zu und stand gegen 10.00 Uhr bei 2,59 Euro. Am Freitag hatte das Papier mit 2,38 Euro geschlossen.

10.9.2001 10:40