Sonntag, 16. September 2001

Admira nach Niederlage wieder Letzter

Von allen guten Geistern verlassen war die Wiener Austria im violetten Derby, die zu Hause gegen den auswärts starken SV Salzburg schlecht spielte und verdient 0:1 verlor. "So wie wir uns heute präsentiert haben, ist an die obere Tabellenregion nicht zu denken. Wir haben im Kollektiv versagt. Die Salzburger waren mit einem Mann weniger besser organisiert als wir", kritisierte Toni Pfeffer nach der ersten Niederlage im siebenten Spiel.

"Wenn man nicht bereit ist zu kämpfen, kann man auch mit fünf Stürmern nicht gewinnen", meinte der Austria-Trainer. Das neue Feldherrn-Duo Pfeffer/Walter Hörmann, das in der vierten Partie erstmals verlor, ist nun einen Monat im Amt. "Wir haben alles genau beobachtet. Heute hat sich auch gezeigt, wer durchs Feuer geht und wer nicht. Jene, die es nicht zeigen, werden es in Zukunft bei uns ganz schwer haben", kündigte Pfeffer unmissverständlich an.

Gelungenes Debüt von Söndergaard
Sehr zufrieden war natürlich Lars Söndergaard, der sein Debüt als Chefcoach der Salzburger gegeben hat. "Wir sind in der Abwehr sehr gut gestanden, haben die Räume eng gemacht, gut gearbeitet, gut gespielt und verdient gewonnen", befand der Däne, dessen Schützlinge nun schon vier Runden ungeschlagen sind. Söndergaard, bisheriger Co des zum FC Kopenhagen gewechselten Hans Backe, wird dem Schweden voraussichtlich nicht in den Norden folgen.

Niederlage im "Keller"-Derby
Nach zwei Siegen und einem Remis wurde VfB Admira Mödling trotz 1:0-Führung durch das 1:3 daheim im "Keller"-Derby gegen SW Bregenz wieder auf den Boden der Realität zurückgeholt, während die Vorarlberger durch ihren zweiten Erfolg nach dem 1:0-Heimsieg in der ersten Runde gegen die Südstädter neue Hoffnung schöpfen dürfen.

"Blödheit und Dummheit"
"Spiele gegen direkte Konkurrenten liegen uns weniger. Diese Niederlage haben wir nur unserer Blödheit und Dummheit zu verdanken", ärgerte sich Admira-Trainer Hans Krankl, dessen Truppe in der Südstadt schon seit 31. März sieglos ist. Aber das ist für den Wiener derzeit nur sekundär. "Was sich sage, hätte ich auch nach einem Sieg gesagt: "Schauen wir lieber, was in der Welt passiert und pfeifen wir bitte auf den Fußball".

Drei Punkte Vorsprung
Die Vorarlberger, die wie alle anderen ebenfalls unter dem Eindruck der Katastrophe in den USA stehen, haben jetzt drei Zähler Vorsprung auf die Krankl-Schützlinge. "Wir waren besser, haben mehr für das Spiel getan und unsere Raumaufteilung hat auch gepasst. Es war kein Leckerbissen zu erwarten, aber für uns war es ein ganz wichtiger Sieg", meinte SWB-Trainer Rainer Hörgl.

Ried verunsichert
Hingegen kommt der SV Ried nach dem starken Saison-Start nicht auf Touren. Nach dem 1:1 gegen Aufsteiger FC Kärnten warten die Innviertler nun schon acht Runden auf ein Erfolgserlebnis und auf das erste vor eigenem Publikum seit 19. Mai (1:0 gegen den LASK). "Meine Mannschaft war komplett verunsichert, Kärnten bissiger. Wir müssen mit dem Punkt zufrieden sein. Auch mit zehn Mann haben uns die Klagenfurter vorgeführt", meinte Ried-Trainer Alfred Tatar.

Schachner auf die Tribüne
Dessen Kollege Walter Schachner, der wegen Kritik auf die Tribüne verbannt worden war, lobte seine Mannschaft ob der kämpferischen Leistung, ärgerte sich aber ein wenig über zwei verlorene Punkte. "Wir hatten die klar besseren Chancen, der harte Elfer, der knapp nach der Pause zur Rieder Führung geführt hatte, kippte aber das Spiel", sagte "Schoko".

16.9.2001 13:03