"Wir haben das Geld derzeit nicht"

Ausstehende Spieler-Gehälter, Meister-Prämien die fehlen, keine Champions League-Millionen, die Unsicherheit und das Warten auf das Geld aus den USA und nun auch noch das: Die Wiener Austria hat gegen den FC Tirol eine Klage eingebracht, weil der österreichische Fußball-Meister trotz verlängerter Frist die 15 Millionen für die Rückkehr von Patrik Jezek nach Innsbruck noch immer nicht bezahlen konnte.
"Wir werden alle rechtlichen Ansprüche wahren", war von Austria-Seite zu hören. Der Fall wurde bereits an eine renommierte Schweizer Anwalts-Kanzlei übergeben. Tirol-Präsident Martin Kerscher, der eine Frist bis 31.August bekam und diese ohne Zahlung verstreichen ließ, musste am Freitag gestehen: "Das Geld haben wir derzeit nicht."
Die Kasse ist leer
Für die "Heimhol"-Aktion des tschechischen Offensiv-Spielers hatten die Tiroler tief in die leere Kasse gegriffen. Nun ist man in Innsbruck aber nicht in der Lage, die 15 Millionen Schilling plus sechs Prozent Zinsen pro Jahr nach Wien zu überweisen. Dabei hatte Tirols Vereinspräsident vor einigen Wochen noch die Flucht nach vorne angegriffen: "Wir haben das Geld bereits überwiesen, die Austria soll einmal auf ihren Konten gründlich nachsehen", war Kerscher damals laut geworden. Nun klingen seine Aussagen jedoch ganz anders: "Wir wurden von den Ereignissen überrollt. Ich habe nie gesagt, dass wir das Geld schon überwiesen haben."
Cash
Das Geld hat übrigens nichts mit Austria-Finanzier Frank Stronach und seiner Firma MAGNA zu tun. Die Millionen stehen den Wiener Violetten zu, die diese Summe bereits fix im Zweijahresbudget (für den Nachwuchs) verplant haben. Wegen der Zahlungsunfähigkeit boten die Tiroler der Austria als Kompensationsgeschäft bereits Heinz Weber an. Der Torhüter ist aber für die Favoritner so wie ein Jezek-Comeback kein Thema. "Zuerst sollen die Tiroler ihre Altlasten bereinigen, dann kann man über so etwas reden", hieß es bei der Austria.
Auch wenn man bei der Austria keinen Konkurs des FC Tirol will, so ist eines seit dem Verpassen der Champions League klar: Auf Österreichs Meister kommen finanziell sehr schwere Zeiten zu.
"Zahlen in nächsten 14 Tagen"
Kerscher versprach, den ausstehenden Betrag in naher Zukunft an die Austria zu zahlen. "Das Geld wird in den nächsten 14 Tagen überwiesen", kündigte Kerscher an und ärgerte sich über die Klage der Wiener. "Außer Spesen eine unnotwendige Aktion."
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