Saftige Strafe für böse Attacke

Der Rieder Herwig Drechsel wird für einige Zeit nicht mehr spielen dürfen. Der Strafsenat sperrte ihn für sein brutales Foul an Alain Masudi (Sturm Graz) für sechs Spiele. Sturm-Präsident Hannes Kartnig war auch noch am Tag nach dem Spiel fuchsteufelswild und hatte eine Mindesstrafe von zehn Spielen gefordert.
Das Urteil des Strafsenats wurde mit "rohem Spiel mit akuter Verletzungsgefahr" begründet. Drechsel hat für eine mögliche Berufung drei Tage Bedenkzeit. Der lnnviertler, der in Wien mit Ried-Manager Helmut Slezak erschienen war, hat sein Vergehen eingesehen. Es sei sonst nicht seine Art, so zu spielen, sagte der 28-Jährige. "Es tut mir leid. Zum Glück ist nicht mehr passiert, ich hoffe, dass Masudi bald wieder spielen kann."
Der Rapidler Andreas Lagonikakis muss für sein Foul an Peter Stöger vier Matches pausieren. Der Grieche hatte gegenüber dem Fußball-Richter Reinhard Zimmermann zugegeben, dass er ein taktisches Foul begehen wollte.
Kartnig empört
Das Ergebnis zwischen den Innviertlern und Sturm im Nachtrag zur zehnten max.Bundesliga-Runde am Sonntag Nachmittag in Ried (2:2) war für viele nur Nebensache. Das brutale Foul von Herwig Drechsel an Alain Masudi in der 73. Minute empörte auch noch am Montag Hannes Kartnig. "Da hört sich der Spaß auf, Drechsel muss eine anständige Strafe von mindestens zehn Spielen bekommen", schimpfte der Sturm-Boss, der vom Urteil des Bundesliga-Strafsenats auch eine etwaige Anzeige gegen den Ried-Spieler abhängig machte.
Masudi muss mindestens zwei Wochen aussetzen
Der Kongolese erlitt bei der Attacke des Ried-"Spielmachers", dem die Grazer wie auch seinen Kollegen noch etliche andere grobe Fouls vorwerfen, zwar keinen Wadenbeinbruch - wie zunächst befürchtet worden war - aber eine schwere Wadenbeinprellung, die ihn für zumindest zwei Wochen außer Gefecht setzt. "Für dieses Foul beispielsweise nur drei Spiele wie bei Spucken zu verhängen, kann ich nicht akzeptieren", meinte Kartnig, der sich seine "teuren Fußballer, immerhin haben wir 130 Millionen investiert, nicht durch eine Klopfermannschaft herrichten lassen will".
Wieder Kritik am Schiri
In diesem Zusammenhang wetterte Kartnig auch wieder gegen Schiedsrichter Konrad Plautz, der von Anfang an die Rieder Attacken hätte ahnden müssen. "Nur eine gelbe und rote Karte", das sagt alles, so Kartnig, der über den "in diesem Match gegenüber den Riedern sehr humanen" Tiroler Referee meinte: "Der kann uns einfach nicht pfeifen."
Sturm-Boss bedauert Tirols CL-Out
Seinen Trainer Ivica Osim und seine Mannschaft setzt Kartnig mit der Behauptung, "wir sind heuer vor allem technisch eine Klasse stärker als in der vergangenen Saison", unter Druck. Die europacuplosen Grazer dürften auch die einzige Mannschaft sein, die in der Lage sind, dem Titelverteidiger aus Tirol den Kampf anzusagen. Dass der Meister die Qualifikation für die Champions League verpaßt hatte, bedauert Kartnig.
"Ich hätte es den Tirolern gewünscht, sie hätten für Österreichs Fußball Punkte sammeln können", so der Sturm-Chef, der allerdings bei einem entsprechenden Weiterkommen der Innsbrucker auch etwas speziell Positives für seine Elf gesehen hätte. "Da wären sie in der Meisterschaft wohl etwas müde gewesen." Erfolge wünscht er auch den anderen österreichischen Europacup-Mannschaften: "Ich gehöre nicht dem Dunstkreis der Neider an."
Sturm bleibt Zweiter
Doch zurück zur Bundesliga: Mit dem 2:2 in Ried verpaßten die Grazer den Sprung an die Tabellenspitze, die sie zuletzt nach der ersten Runde vor zwei Jahren erklommen hatten. Während die punktegleichen Tiroler, die obendrein ein Spiel weniger als Sturm ausgetragen haben, ein Torverhältnis von 19:0 aufweisen, hat die Osim-Elf bei ebenfalls 19 geschossenen Treffern immerhin sieben Tore kassiert.
Restliche Liga hinkt hinterher
Die Konkurrenz der beiden Spitzenklubs ist schon mindestens um fünf Punkte (GAK) distanziert, hat obendrein schon ein Spiel (gegenüber Sturm) oder zwei (Tirol) mehr absolviert. In Heimspielen gegen den GAK (Tirol) und Rapid (Sturm) am kommenden Sonntag sollte der Vorsprung der beiden Spitzenklubs auf die "Verfolger", zumindest der Papierform nach, nicht unbedingt sehr gefährdet sein. Am 19. September im Nachtragsspiel beim FC Kärnten hätten die Innsbrucker dann die Chance den SK Sturm etwas zu distanzieren.
Grand Prix von Monaco18:01
Sechster trotz BestzeitSchumi Schnellster in Monaco. Wegen Rückstufung dennoch Webber in der Pole.
Fußball Nationalteam18:03
Der ÖFB-TrainingsalltagEin "24-Stunden-Job" für Teamchef Marcel Koller. Klein schießt Zuschauer k.o.
