Sonntag, 16. September 2001

Bei Bremen kamen mit Herzog Tempo und Ideen

Der 1. FC Kaiserslautern wandelt, was die Statistik betrifft, auf den Spuren des FC Bayern München. Die Pfälzer haben am Samstag mit dem schmeichelhaften 2:0-Sieg im Franken-Stadion gegen Aufsteiger 1. FC Nürnberg ihre Tabellenführung in der deutschen Fußball-Bundesliga erfolgreich verteidigt. Damit sind sie dem Startrekord des Rekordmeisters aus dem Jahr 1995 mit sieben Siegen ganz nahe gekommen. Aber jubeln wollte nach dem sechsten Drei-Punkter im sechsten Spiel niemand.

"Auf Grund der Vorkommnisse der vergangenen Tage in den USA kann ich mich nicht freuen", gestand FCK-Trainer Andreas Brehme, der auf einen Kommentar verzichtete und es bei aufmunternden Worten für den unglücklichen Verlierer beließ: "Die Nürnberger haben sehr gut gespielt. Wenn sie so weitermachen, bleiben sie oben." Club-Coach Klaus Augenthaler lässt sich nach der vierten Niederlage in Serie nicht aus der Ruhe bringen: "Meine Mannschaft lebt, sie hat den Tabellenführer mehr oder weniger an die Wand gespielt".

Mageres 1:0 der Bayern
Während Titelverteidiger Bayern München (gegen SC Freiburg) und Vizemeister FC Schalke (im Schlager gegen Borussia Dortmund) jeweils knappe 1:0-Heimsiege feierten, kam Bayer Leverkusen zu Hause ohne Emanuel Pogatetz zu einem sicheren 3:1 gegen Aufsteiger und Schlusslicht FC St. Pauli. Die zwei weiteren Ösi-Klubs, die am Samstag im Einsatz waren, blieben daheim ohne Erfolgserlebnis. Werder Bremen erreichte gegen den 1. FC Köln nur ein 1:1 und der VfL Wolfsburg unterlag dem VfB Stuttgart 0:2.

Herzilein brachte Schwung
"Erst nach der Pause sah ich Schwung und Aktivitäten", meinte Werders Sportdirektor Klaus Allofs nach dem vierten Spiel in Serie ohne Sieg. Erst der in der 46. Minute eingewechselte Andreas Herzog, der in der Vergangenheit so manchen Strauß mit Allofs ausgefochten hatte, sorgte als Denker und Lenker im Mittelfeld für mehr Tempo und Ideen. Der Wiener sah dabei aber auch die Gelbe Karte. Wegen der tragischen Ereignisse in den USA einigten sich die Trainer Thomas Schaaf bzw. Ewald Lienen nach dem Spiel, nicht vor die Medien zu treten.

Desolate "Wölfe"
Eine desolate Vorstellung lieferte der immer noch sieglose Tabellenvorletzte VfL Wolfsburg, mit Didi Kühbauer ab der 46. Minute, aber ohne Gernot Plassnegger, ab. "Sechs Spiele, drei Punkte - da ist es zwangsläufig, dass der Trainer zur Diskussion steht. Wenn man das heutige Spiel sieht, haben wir ein schwere Krise", meinte Wolfgang Wolf kopfschüttelnd und maßlos enttäuscht. Dazu Manager Peter Pander: "Herr Wolf ist alt genug, um zu wissen, dass es so nicht weiter gehen kann. Er hat vorher gewusst, dass er heute gewinnen muss."

Ergebnisse der 6. Runde

Bayern München - SC Freiburg 1:0 (0:0)
VfL Wolfsburg - VfB Stuttgart 0:2 (0:1)
1. FC Nürnberg - 1. FC Kaiserslautern 0:2 (0:0)
Werder Bremen - 1. FC Köln 1:1 (0:1)
Hamburger SV - Bor. Mönchengladbach 3:3 (2:1)
Bayer Leverkusen - FC St. Pauli 3:1 (1:0)
FC Schalke 04 - Borussia Dortmund 1:0 (1:0)
Hertha - 1860 2:1 (0:1)
Rostock - Cottbus 0:0

16.9.2001 19:35